Guten Abend.
Mir liegen ein paar Sachen auf dem Herzen, die aber alle nicht so richtig für einen eigenen Blogeintrag reichen, abgesehen davon, dass ich dann andauernd hier was Neues hochladen würde. Also dachte ich mir, suchst Du Dir 10 Dinge raus, wo die 10te doch diese Woche legal wird, und bringst Deine 10 Gedanken zu Papier. Bzw. Pixel. Oder was auch immer…
Zur Sache:
Ist die 10. Edition jetzt gut, oder schlecht? Ich kann’s noch nicht genau sagen. Es gibt vieles, was für sie spricht. Limited hat ganz klar mehr Spaß gemacht, als mit den Basissets vorher. Da hat man sich wirklich Gedanken gemacht. Die Karten haben teilweise extrem gute Illustrationen, und die, die sie beibehalten haben, sind halt die guten Alten. Es hat sich einfach toll angefühlt, den alten Kram mal wieder um 90 Grad zu drehen. Es sind auch wirklich schöne Karten für Casualspieler dabei, so ist das nicht. Aber aufgrund des Politikwechsels bei Magic, wonach es nicht mehr so viele herausragende Karten gibt, dafür aber mehr Gute (MaRo sprach mal davon, dass sich der Qualitätsschnitt nicht verändert, aber die Verteilungskurve), sind nicht so viele Karten dabei, die direkten Einfluss auf die Turnierszene haben. Das ist für die Hardcorezocker natürlich schlecht. Ich denke, man will das Turnierspiel von der breiten Masse da ein bisschen trennen, und vor allem in den Erweiterungen die starken Turnierkarten haben, damit da auch mehr Wechsel drin ist. Man sieht allerdings auch, mit welcher Planungssicherheit man bei WotC arbeitet, schließlich hat man schon vor einem Jahr den Wegfall von Manaleak vorbereitet und Rune Snag gedruckt.
Alles in allem denke ich, dass die 10te wenn schon nicht gut, dann doch zumindest gelungen ist. Eine Runde Sache.
Ein zweiter Punkt aber, der mich unabhängig von der Kartenqualität stört, ist der Wegfall des Konzeptes von unlimitiertem Druck und weißen Rändern. Da geht Individualität verloren, und Secondary-Market Value (Gibt’s da in Deutsches Wortkonstrukt für?). Wieso tun sie das? Zum Jubiläum mit Tradition brechen? Von mir aus sollen sie eine „Limited Edition“ drucken, zum Vorbestellen (DAS würde die Verkäufe ankurbeln), aber ich will doch weiterhin schmantige weißrandige Karten haben. Das war doch gut!?!
Eine Freude ist mir allerdings, und das hat auch mit dem oben beschriebenen Sammelfaktor zu tun, und mit Individualität, dass Foils jetzt aufgewertet werden. Eigener Text und weniger Regelkrams, Foils zu spielen macht jetzt noch mehr Sinn. Wenn überhaupt. Aber es erhöht den Reiz, Foils zu sammeln. Und Magic braucht Sammlerleidenschaft, damit der Tauschhandel blühen kann. Es ist wichtig, dass ich als Turnierspieler die für mich nicht brauchbaren Karten gut vertauschen kann, wenn ich sie aufgemacht habe, damit ich an die für mich wichtigen Karten komme. Aber das geht nur, wenn sie für andere eine Wert haben. Ihr wisst schon, Angebot und Nachfrage. Und die wird so ein wenig gefördert. Schön.
Der nächste Gedanke kam mir schon vor einer ganzen Weile, ich trug ihn so mit mir herum. Dann lass ich einen Artikel im letzten Time-Magazine. Und da wurde über Rupert Murdoch berichtet, der im Moment versucht, das Wall-Street Journal zu kaufen. Warum? Weil er es will. Einfach so. Er hat Bock drauf.
Wen erinnert das noch ein wenig an den TobiH vom Planeten? (Ja, das war jetzt Spaß hier!)
In den letzten Wochen war auch noch die World Series of Poker. Abgesehen von der Tatsache, dass sich gleich 2 Deutsche endlich ihr erstes Bracelet sichern konnten (Katja Thater und Dr. Michael Keiner), nahmen dieses Jahr an den 55 Turnieren auch insgesamt über 54.000 Spieler teil, davon mehr als 6.800 Spieler am Main Event, dass seit vorgestern beendet ist, und dem Sieger ganze 8,5 Millionen Dollar einbrachte. Stellt Euch das mal bei Wizards vor? Stundenlange Wartezeiten, keiner weiß, wo es lang geht, und nächstes Jahr würden sich nur noch die Hälfte der Spieler qualifizieren dürfen… Ihr wisst schon, was ich meine.
Was mich ja am meisten verwundert an der Sache: Es gibt in Deutschland nur 3-5 große Magicseiten. Und da wurde geschimpft und diskutiert und so weiter, und so fort. Aber nie, und wir wissen, sie lesen mit, hat auch nur ein Mitarbeiter von Hasbro.DE oder sonst wer sich bemüßigt gefühlt, mal einen Kommentar dazu abzulassen. Wie kommt’s? Sind sie zu faul? Wohl kaum. Zu feige? Schon eher. Oder gehen ihnen die Kunden tatsächlich am Ar… vorbei?
Fragen über Fragen!
Mittlerweile haben sie ja bewiesen, dass sie auf die Kunden hören. Aber von selbst auf die Idee kommen…
Abgesehen davon hat der Preissupport in den letzten Jahren wirklich immer mehr nachgelassen. Ok, zum Gameday gab’s diese schicken Sonnenbrillen. Aber was ist mit den Championsship Promos? Was ist mit den Turnieren? Warum hat man in den USA dafür Zeit, und in Italien, aber bei uns nicht? Uns war versprochen worden, wir bekämen eine andere Möglichkeit, an die schicken Textless Karten zu kommen. Welche denn? Da war doch auch wieder: „Ach, das vergessen die schon!“ der Vater des Gedankens…
Damals wurden wir genauso beschissen wie jetzt mit den Slots. Und damals haben wir es tatsächlich nach einiger Zeit vergessen. Aber die Leute bei Hasbro Deutschland wahrscheinlich auch.
Dann hat der Frisör (vor einer Weile)die Frage aufgeworfen, ob er hier aufhört, wenn die Seite „kommerzialisiert“ wird. Ich will hier nicht werten, diese Entscheidung bleibt ja ihm selbst überlassen. Ich frage mich nur, wann denn für mich der passende Zeitpunkt wäre, hätte ich denn seinen Standpunkt zu dieser Sache. Sollte man aufhören, sobald es mit dem Geld losgeht? Oder sollte man abwarten, ob sich überhaupt etwas ändert, und das Schiff erst unter Protest verlassen, wenn tatsächlich ein Versuch der Einflussnahme stattgefunden hat?
In der Wissenschaft ist es heute so, dass man unter eine Veröffentlichung immer drunterschreiben muss, von wem man Geld erhalten hat, und wo da Interessenkonflikte bestehen könnten. Hier wäre das ähnlich. Wenn man weiter über alles und jeden wettern darf, ist doch alles in Ordnung. Wenn man sich aber schon gegen die möglichen Interessenkonflikte abgrenzen möchte, ja, dann muss man direkt am Anfang Nägel mit Köpfen machen. Es wäre aber schade um den Lautsprecher von Nebenan ;-)
Themenwechsel:
Was macht Wizards eigentlich diesen Sommer?
Was soll denn der Mist mir den 2 Sets? Oder was auch immer? Erst vergrößern sie die 10. Dann drucken sie noch mal mehr Karten für den Sommer, weil ja eines der Sets nicht bloß 165 Karten haben wird, sondern wieder die immer größer werdende Zahl von knapp 400. Das sind dann noch mal grob 200 Karten mehr. Es sei denn, und das wäre sehr erfreulich, ein paar Karten aus den beiden Sets werden identisch. Z.B. die Manafixer und das Removal. Kleine Kritter und so. Dann könnte man auch tatsächlich im 2HG einen Kombidraft machen, mit allen 4 Sets. Ansonsten wird nur Block das neue Standard, da die Karten aus der 10 ja nicht ganz so stark sind, und damit eh nicht so relevant, aber im 4-Block Sommer ja unendlich viele Karten im Blockformat zur Verfügung stehen. Befremdlich. Aber Wizards erhöht sein $$-Income.
Ich denke, der Pischner hat schon recht. Die Kluft zwischen den Turnierspielern und den Freizeitspielern wird immer Größer. Die Turnierspieler brauchen die ganzen Karten, machen aber selbst keine Displays auf. Und die Freizeitspieler werden irgendwann, wenn es dann keine Turniere wegen Umsatzmangel in Deutschland mehr gibt, aber auch in den Läden nicht mehr den Kram kaufen können. Und dann bricht auch der Markt irgendwann zusammen. Nicht Magic hört auf. Denn die Leute haben ja noch die Karten. Nur irgendwann kauft keiner mehr neue. Was dann Wizards? Wenn die Kunden rein finanziell und geistig nicht mehr mit dem Tempo der Wizards’schen Veröffentlichungen schritt halten können, oder wollen, dann geht es zu Ende. Bis jetzt geht sich dass, glaube ich, gerade noch aus. Aber wenn bei den Küstenmagiern nicht langsam die Alarmglocken klingeln, dann überspannen sie den Bogen!
Noch ein ganz anderes Thema:
Ich werde im Frühjahr für ein PJ-Tertial übrigens in den USA sein. In Kansas, um genau zu sein. Vielleicht schaffe ich es ja, mal an einem Prerelease für Morningtide oder an einem FNM-Draft teilzunehmen. Und dann werde ich Euch Bericht erstatten. Nachdem ich den Amis gezeigt habe, wie man in Deutschland draftet, hehe.
Ich freue mich da schon sehr drauf.
Und noch mehr:
Letzte Woche gab es vor meiner Haustür eine Baustelle. Tags drauf kam ein netter Herr von Freenet zu mir ins Haus.
ICH KRIEGE DSL. YIPIEH. Und das nur 1 Jahr, bevor ich wieder ausziehe.
Und zum Schluss der letzte Gedanke:
Ihr wisst es, ich gehe ab sofort unter die Freizeitspieler. Meine Decks sind gebacken, die meisten Karten an Freunde und andere verkauft, und demnächst werden die Reste für schlechte Zeiten verstaut. Vorher geht aber noch eine Ladung, die vorerst letzte, ins Online-Auktionshaus.
Ja, es sind viele Auktionen. Ich weiß. Aber es sind auch ein paar Highlights dabei:
Tundra, The Tabernacle at Pendrel Vale, Fetchländer und Ravnica Duals etc. Also schaut einfach mal rein.
Im Übrigen habe ich auch noch ein paar Draftsets (TSP;PC;FS) hier herumliegen, die ich gerne abtreten möchte. Im Ganzen sind es 14, zusammen mit ein paar einzelnen Boostern Future Sight und 4 Boostern 10. Edition.
Wer da was von haben will, kann mir einfach eine Mail schreiben:
KTJungmann[att]compuserve.de
Einfach sagen, wie viel gewünscht ist, und dann reden wir über den Preis.
Schönen Gruß und bis nächstes Mal, Euer Teardrop.