My Day in Dülmen
— 12-09-2007 —
Die Asiatin am Bahnsteig gegenüber lächelte in meine Richtung, ergo lächelte ich zurück. Man will ja nicht unhöflich erscheinen. Als sie anfing sich tanzähnlich zu bewegen, überlegte ich, ob ich es ihr nachmachen sollte – der Minimal-Mix in meinen Ohren lud förmlich dazu ein – aber die Anwesenheit der beiden Essener Pro-Jans (inkl. Anhängsel) sowie die Tatsache, dass sicherlich nicht ich sie zum Lächeln gebracht habe, sondern eher ein Gedanke der ihr wartender
Dinge zugeflogen war, ließen meine Glieder stillstehen.
In der Bahn zeigte ich dafür den drei Essenern um so agiler, wie man vernünftig Multiplayer zockt und zog sie ein ums andere Mal beim Pilehaufen-Zock ab. Wenn es darum geht, das Beste aus Planar Chaos Uncommons und Commons zu holen, habe ich so einiges an Erfahrung; den Two-Headed Giant Zocks mit Christoph sei Dank. Ist der Titel „King of Casual“ eigentlich schon vergeben??
An der Site galt es einen Busenkumpel vom Mo zu finden, weil der Laus – so sein Spitzname – Karten (je vier LEDs und Breakthroughs) von mir wollte, um damit Legacy zu rocken. Ich fand ihn irgendwann, aber das mit dem Rocken wollte überhaupt nicht, wie er mir später nach seinem Drop gestand. Um ein paar Karten leichter und total lustlos auf die Schnelle noch einen vierten Godless Shrine zu finden, gab ich folgendes auf der Deckliste an die Frau hinter der Theke:
“Mein Freund Bob”
3 Martyr of Sands
3 Icatian Javelineers
1 Plagued Rusalka
3 Serra Avenger
3 Knight of the Holy Nimbus
4 Dark Confidant
4 Castigate
4 Terror
4 Paladin en-Vec
3 Loxodon Warhammer
2 Stonecloaker
3 Ghost-Council of Orzhova
1 Gemstone Caverns
1 Orzhov Basilica
1 Flagstones of Trokair
3 Godless Shrine
4 Caves of Koilos
2 Swamp
12 Plains
Sideboard:
1 Extirpate
1 Darkblast
2 Dodecapod
2 Calciderm
2 Leyline of the Void
4 Mana Tithe
3 Imp’s Mischief
Ja, schon wieder B/W. Ja, schon wieder Aggro. Bedingt durch eine kurze Vorbereitungsphase (andere nennen es Samstag Abend) und in der Erwartung mehr Aggro denn dafür notwendige Kontrolle anzutreffen, hielt ich das Deck rund um den Paladin mit der Jitte dem Warhammer für eine brauchbare Idee. Ich halte nebenbei bemerkt auch den random Plagued Rusalka für eine gute Idee, was man aber nicht in Zusammenhang mit der Idee um den Paladin bringen sollte.
Dank 62 Teilnehmern spielten wir alle mehr oder weniger 26 Länder und dementsprechend sechs Runden. Im Vintage hat sich der 19-er Club getroffen (es sind immer 19, schon drei Termine in Folge – spooky!!) und Legacy legte mit knappen 80 Spielern vor. Schon klar, dass Legacy ein Geheimtipp ist, nicht wahr Herr Henke??
Es konnte losgehen.
Meine Mission: Stets ein leichtes Lächeln aus den Lippen, einen zynischen Zuspruch auf der Zunge und eine diffuse Denke im Dachstübchen an den Tag zu legen.
Die Erfolgsquote hielt sich diesbezüglich nicht in Grenzen nur das mit dem Spielen war so eine Sache. Ich zockte locker auf, den Schläger gelöst in der Hand, die Schuhe straff gebunden und den Blick auf den Ball gerichtet, nur machte sich der Trainingsmangel und die fehlende Vorbereitung bemerkbar, was zu einem 4-2 führte.
Die Partien waren, wie die Gegner, abwechslungsreich. Mein Erstrunden-Mann nahm in allen drei Spielen zu viel Pain von seinen Lands und schaute nicht schlecht, als ich 1st Turn Javelineers machte und so seinen 2nd-Turn Tarmogoyf zu verhindern wusste. Gegen die roten Spells in seinem Deck half der Paladin. In der zweiten Runde direkt gegen den Kiri, der mit seiner heimgebrauten Mische, genannt “Der fliegende Holländer” (weil zu viel geraucht er die Farben URW nutzte und über Lightning Angel gewann). Er hatte scheinbar noch weniger Ahnung vom Metagame als ich, so dass mich seine Pyroclasm und Sulfur Elemental mit zu viel Lightning Helix-Feuer wegmachten. Match Drei habe ich vergessen, aber die vierte Runde ist mir in Erinnerung geblieben. Daraus folgende Szene:
David hat im ersten Spiel einen Augur of Skulls mit doppel-Warhammer equipped, ich eine Martyr of Sands und ein Ghost-Council. Von seinen acht Manaquellen waren sechs fürs Equippen verbraucht worden, ich war mit fünf möglichen Manaquellen reich gesegnet und er greift fröhlich an. Da es um einiges an Leben ging, doppelblockte ich fröhlich, es gab eine kurze Diskussion bezüglich des Kampfschadens und der Verteilung inkl. einer Auffrischrunde “Trampelschaden” (er wollte nicht die kompletten sieben auf die arme Märtyrerin (die somit ihrem Namen wenigstens alle Ehre gemacht hätte) verbrutzeln) und so schluckte ich zwei, die Märtyrerin wurde vom Council geschlukt und selbiges verschwand im Nimbus, als er Go sagte. Ein wenig hatte ich darauf ja gewartet, weil ich anmerkte, dass nun sein Augur unregenierter Dinge im Friedhof landen würde. Es folgte ein kleiner verständlicher Emotionsausbruch seinerseits, doch als die Lava beiseite geschoben war, lag der Augur im Friedhof und ich verlor irgendwann doch noch. Offensichtlich - scheiß ausgeleichende Gerechtigkeit. Obwohl ich später, nachdem ich mit zwei Handkarten, einem Dark Confidant mit Warhammer bei mir und einem Vampir plus zwei Fledermäusen bei ihm (er hat noch einen Lebenspunkt) aufgegeben hatte, log behauptete, eine der beiden Handkarten wäre ein Darkblast gewesen. Ich wollte sein emotionales Gleichgewicht nicht zu sehr aus der Balance bringen. Außerdem sage ich ganz gerne die Unwahrheit.
In der letzten Runde luckte ich es mir noch mal so richtig rein. Nach diversen Mulligans in den ersten beiden Spielen war mein Gegner (ich habe “Fabian” hier stehen, glaube aber, dass das falsch ist) schon leicht entnervt. Sein B/G Rack wollte nicht so richtig, er spielte unsauber, hatte es aber auf keinen Fall verdient, dass ich, als er in meinem Drawstep - ich bei zero Handkarten - via Funeral Charm darauf bestand, meinen frisch gezogenen Dodecapod abwarf…
Zwei Draftsets reicher, den Tag rumgebracht - auf dem Rückweg zum Bahnhof noch zwei random Kids auf der Suche nach der Dönerbude verarscht und glücklich. That’s me. Es tat nicht weh, im Zug beim Booster Battle gegen den Jan Wolff dank 1st Turn Sengir Nosferatur (sick!!) meinen zweiten Nether Traitor (danke Martin!!) zu gewinnen.
Godfather of Draft
— 30-07-2007 —
Ich bin nicht wirklich aktiv in letzter Zeit. Es ist nicht so, dass ich nichts mache, der Deckflow im Deck Check ist stimmig und weit davon entfernt nicht mehr aktuell zu sein, News sind nicht wirklich vorhanden, weswegen es da auch keine Updates gibt und so bleibt eigentlich nur der Blick in die Zukunft und mal ehrlich, das wird groß.
Ich habe einiges im Backofen, aber leider weniger Zeit als ich gerne hätte (und letztlich Lust habe, da so Rumprogrammieren, wenn auch interessent, eben mit der Zeit ermüdend ist), um große Brötchen zu backen. Einen kleinen Einblick kann ich jedoch gewähren, denn spätestens zu Lorwyn (es sollte eher fertig sein, aber erst mit Lorwyn seine wahre Größe entfalten), werdet ihr in euren Bookmarks Platz für eine neue URL benötigen:
Bisher steht eben neben der Domain (okay, die “.de” habe ich mir ebenfalls genehmigt) und dem Logo, an dem wohl farblich noch gefeilt wird, das Konzept in Form einer Community (so mit Anmelden und so) für Draft-Fanatiker und solche, die es werden wollen. Ich möchte nicht zuviel verraten - zumal erst 30 großzügig geschätzte Prozent fertiggestellt sind - aber es wird sicherlich sehr interessant. Ich habe diesbezüglich vor, ein paar Leute zu gegebenem Zeitpunkt zum Testen und Fehlerfinden einzuladen. Bis es soweit ist, solltet ihr nicht die Luft anhalten. Bisher existiert alles nämlich nur auf meinem Laptop.
Ich habe nebenbei bemerkt sogar gedraftet letzte Woche. Gleich zweimal und beide Male konnte ich siegreich das Feld räumen. Langjährigen Lesern dürfte damit klar sein, dass das generelle Niveau der Draftrunden nicht über Bier&Pizza-Magic hinausging, aber mit wem kann es vergnüglicher sein 10th Edition Booster aufzureißen, wenn nicht mit einer Horde Casual-Playern??
Beim Sieg am Samstag (der Montag ist bereits ausreichend dokumentiert) - ein 2HG-Draft machte es möglich - war ich nicht alleine für den Durschmarsch verantwortlich und hatte mit Rick (aka Rickarda) einen lehrfreudigen Kompagnon an meiner Seite. Das Los entschied leider, dass es diesmal nicht der Christoph wurde, aber dann wäre es ja auch zu einfach geworden. Wie am Montag schafften Rick und ich es, je ein Mono-Schwarzes Deck und eine R/G-Maschine zusammenzudraften. Das Schwarze diesmal statt vier mit nur einem Looming Shade (bei 16 Swamps der König), dafür aber mit einer Graveborn Muse, einem Gravepact und einem Lord of the Pit als passenden Ersatz. Das R/G-Deck statteten wir mit drei Goblins (neben meinen beiden Festerings) und einem Goblin King aus. Good Times.
Weniger gut anscheinend mein Artikel für den MagicUniverse-Artikelcontest (was euch unter keinen Umständen davon abhalten sollte, nächste Woche nicht doch für mich zu stimmen - ich weiß, wo ihr eure Decks herholt!!). Anstatt die werte Leserschaft mit attraktiven Ideen für rumfliegende Booster zu begeistern, eher verhaltene Kommentierungen und ein Rating, dass man meinen könnte, es hätten nur Schweizer abgestimmt. Dafür massig Punkte in der B-Note. Wow.
Unsere Lieblingsmeckerziege (ich sollte weniger morgens um halb 2 kommentieren) nahm den Artikel zum Anlass sich darüber auszulassen (scrollt ein wenig hoch, ist kürzer als andersrum) und forderte einen Diss. Kann er haben; Tiefpunkt, ich komme. Danach gehe ich ins Kino. So long.
Es dürfte nicht schwer sein, sich ihn vorzustellen, wie er, nachdem er mal wieder genug Geld zusammengekratzt hat, um zu seiner präferierten Bezahlbaren zu gehen, ihr nach dem Akt in kleinschrittigen Punkten aufzählt, was sie hätte besser machen können. Dass zum Beispiel der Gähner im zweiten Drittel der ersten und einzigen Minute total unangebracht gewesen sei und ihr Auflachen, als er erneut aus ihr rausrutschte, nicht gerade förderlich für die amouröse Stimmung im Zimmer war (ganz davon abgesehen, dass sie ruhig mal wieder staubsaugen könnte und das Design der Vorhänge sich mit ihren ausgeleierten Dessous beißt). Er ergeht sich in weiteren Kritikpunkten, während sie sich in einer Sprache, derer wir nicht mächtig sind, überlegt, dass sie doch lieber Zuhause in der Tschechischen Republik geblieben wäre, oder sich zumindest einen anderen Berliner Bezirk aussuchen müsste. Vielleicht sollte sie ihm die Schwafelei am Ende auch in Rechnung stellen. Doch gerade das würde ihn wohl nur dazu bringen noch mehr von sich zu geben, wobei sie sich schmunzelnd denkt, wie nett es doch wär, wenn alles an ihm so lang wäre, wie sein Atem.
Verstreift
— 18-06-2007 —
Ich war schon ein wenig nervös als ich die versammelte, ebenfalls nervöse, weil turniergeile, Spielerschaft des dritten Highlander Grand Prixs lautstark und bestimmt darum bat Platz zu nehmen, um ihnen den handelsüblichen Turnierkram lauwarm aufs Frühstücksei zu buttern. Man merkt, es war früh. Dabei versuchte die versammelte Organisationsmannschaft (bestehend aus dem Huy als HJ, dem Timo als Maderl für alles und dem Frank als Raucher) bereits einiges, um die Meute relaxter zu machen. Der Drucker spielte nicht mit und entsprechend hatte ich mehr Zeit für meine Rede.
Ich gönnte mir dabei die übliche Portion Unernsthaftigkeit, das Publikum die übliche Portion Zwischenrufe und Kommentare und alle waren glücklich, weil vereint. Zum Abschluss wurde geklatscht. Bestimmt, weil ich fertig war.
Die sieben Runden Schweizer System verliefen mehr oder minder störungsfrei. Es gab ein gutes Dutzend Judgecalls von denen ich “nur” drei falsch beantwortete und meines Erachtens recht “wissend” auftrat. Da bei zweien wie so oft der Huy abwartend neben mir stand, um nach meinem Ausrutscher den Wagen wieder auf die richtige Spur zu lenken, indem er grinsend des Rätsels richtige Lösung lieferte und Extrazeit verteilte, kam niemand ernsthaft zu Schaden (im 3ten Fall half mir ein Trickbind des Gegners).
So weiß ich jetzt, dass das Geheimnis eines remandeten (oder gememory-lapsten) Morphs brav gelüftet wird, bevor er auf die Hand/Bibliothek des Besitzers zurückwandert, dass Chromatic Sphere im Yawgmoth’s Will-Turn besser ist als der namensverwandte Star (da man eben die Karte zieht) und ich werde nie vergessen, dass Grafted Wargear nicht nur Kreaturen auf dem Gewissen haben kann (man denke an Man-Lands und den end of Turn).
Zwischendurch ermahnte ich ein paar Spieler, die die Kombination aus Tisch und Stuhl verwechselt hatten und erstere mit ihrem Hintern und letzteres mit ihren Schuhe belegten. Ebenfalls aufgefordert habe ich diejenigen, die auf die Idee kamen, neben noch aktiven Spielen ihre meist nicht wenigen Tauschordner zu zücken. Ich erachte das einfach als unhöflich. Ist ja schließlich kein Basar, zumal es eh etwas enger in den Gassen war.
Rein spielerisch betrachtet, finde ich die Präsenz von Tutoren egalwelcher Art in diesem Format nach wie vor fragwürdig. Als ich in den drei von mir getischrichterten Top8-Begegnungen darum kämpfte nicht einzuschlafen (bei 5 Minuten tatsächlicher Spielzeit und dem Vierfachen an Mischen und Mulligan), während Simon “Ali” G eine Treppe nach der anderen erklomm, fiel mir desöfteren auf, dass die schiere Masse an Tutoren das Format zu einem 60-Karten-Äquivalent degradiert. So ist es ohne weiteres möglich mit einem Sylvan Scrying in Turn 2 einen Protean Hulk in Turn 3 auf der Hand zu haben, nebenbei dreimal sein Deck zu mischen und im nächsten Upkeep zu sterben, wenn man sich nicht bereits im ersten Turn das Flash durch den Free-Spoils-Mulligan auf die Hand geluckt hätte.
Also für mich wäre das nix, aber von mir hängt es ja auch nicht ab. Im November soll es eine weitere Ausgabe geben, dann gibt es wohl immer noch viele Tutoren, voraussichtlich mich als Judge und noch mehr shufflen im Doggy-Style (Häufchen halt).
Fortiwin
— 17-05-2007 —
Bevor wir beginnen ein kurzes public Announcement:
Der weiße Spontanzauber “Fortify” aus Time Spiral heißt ab Sonntag nicht mehr “Fortify” sondern “Fortiwin”.
Und das kam so:
Am Sonntag war in den heiligen Hallen zu Wischlingen PTQ-Time angesagt. Grund genug für den Christoph und mich, nach unseren herausragenden Performances in Städten wie Moers und Düsseldorf, als Team “Udo Lattek” Muttertag Muttertag sein zu lassen, um statt Blumensträuße lieber Sealed Decks zu präsentieren und statt der kleinen Schwester lieber die Gegner mit “Deine Mutter” zu dissen (viel effektiver, weil die einen nicht angucken wie Autos).
Trotz eines Ruhr-Marathons vor der Haustür des Essener Hauptbahnhofs waren wir pünktlich an der Site. Christoph erhöhte während der Fahrt mein Fachwissen (wenn auch nur temporär) ob der derzeitigen Situation der Fußball-Bundesliga um gute 98%, so dass ich nicht allzu verständnisfrei nickte, als man sich beim Warten auf die Seatings über die Samstagsspiele unterhielt. Als es mir gar zu rund und bunt wurde, schnappte ich mir den Jan und verprügelte sein Mono-U Blockdeck aufs Übelste mit Radhau.
Mulligan auf 6, on the Play, Radha auf den Tisch geknallt und gewonnen. So will ich das am Samstag sehen!!
Den Tag über sollte ich den SimonG fast dazu bringen, es ebenfalls mit der grün-roten Actionheldin zu versuchen (allenfalls nervte ich ihn auf meiner überaus liebenswürdigen Art). Der Klaus Jöns war da leichter zu überzeugen, aber bei seinen “Ideen” in dem Format bekam selbst ich Zweifel.
Zurück zum Mainevent. Es begann die alte Leier: Seatings, Ansage, Produkt öffnen, registrieren, dem guten Pool hinterherwinken und beim Swap den schlechten Pool vor die Nase gesetzt bekommen. Kennen wir alle. Es wird nicht besser, wenn man beim Swap schon von weitem das Pack mit dem Auratog drauf erkennt (die Karten passten nicht alle ins Pack, so dass einige draußen drangegummit wurden) und hofft und betet, der Judge möge einem doch eben nicht genau das vor die Nase legen. Der Lars tat das ohne mit der Wimper zu zucken und wir freuten uns auf einen Pool mit einer Karte weniger. Das hätte eine Akroma sein können…
Ich ignorierte rot mit Firemaw Kavu, Ignite Memories, doppel-Removal und Fortune Thief, zwang Christoph zu selbigem und wir entschieden uns (wie man sich beim 2HG nun mal so entscheidet, obschon wir recht oft einer Meinung sind) zu folgenden Decks:
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Blade of the Sixth Pride Benalish Cavalry 2 Errant Doomsayers (1 foil) Spirit en-Dal Aven Riftwatcher Icatian Crier Stonecloaker Shade of Trokair Duskrider Peregrine Sunlance Judge Unworthy Fortiwin Essence Warden Llanowar Mentor Mire Boa Nessian Courser Centaur Omenreader Herd Gnarr Kavu Primarch Sporoloth Ancient Giant Dustwasp Sprout Swarm Search for Tomorrow 8 Plains 8 Forest |
Augur of Skulls Skirk Ridge Exhumer Nether Traitor Gorgon Recluse Imp’s Mischief 2 Cradle to Grave Premature Burial Death Rattle Dark Withering Dreamscape Artist Looter il-Kor Dream Stalker Merfolk Traumaturgist Shaper Parasite 2 Aven Augur Aquamorph Entity Giant Oyster Viscerid Deepwalker Jodah’s Avenger Wistful Thinking Wipe Away Urza’s Factory 8 Island 8 Swamp |
Wir verließen uns beim Deckbau auf die von uns öfter erprobte und für exzellent empfundene Strategie, dass der eine Kopf aggressiv daher kommt, während der andere Kopf zur Volks- und Raiffeisenbank wird und werbesloganlike den Weg freimacht. Eine gesunde Mischung an Removal, sowie die beiden MVPs in Form der Aven Augurs ließ mir diesen Teil zukommen, während Christoph gasgebend und mit Suspend hier und da sehr gut in der Mana-Kurve lag.
Damit kann man also 6-0-1 gehen. Und das nicht auf irgendeinem random Kindergeburtstag (oder einem Prerelease in Moers *hust*). Schauen wir uns die Sache näher an.
(1) [Name vergessen - sry]
Frisch, frischer am frischesten ging es in die erste Runde. Unsere Gegner waren meines Erachtens nach eher Frischlinge, was sich dadurch erklären lässt, dass sie es nicht schafften den Christoph (flutbedingt eher dahindümpelnd) und mich (farb- wie manaverschrauft eher schmollend) mit einer recht frühen Clocckwork Hydra recht frisch zu machen. Eine Essence Warden erfrischte unsere Lebenspunkte, weil doch irgendwie Kreaturen den Tisch betraten, aber aggressiv geht anders. Als die Hydra als 3/3 2/2 (destroyed target Essence Warden) ohne brauchbaren Combat-Trick in den Sporoloth Ancient lief, dachte ich “Fresh, das gewinnen wir sogar noch”.
Mein viertes Land erlöste mich im gefühlten 30sten Zug aus meiner Starre, aber Christoph hatte via doppel-Tapper, Sprout Swarm und dem erwähnten Sporoloth den Sack bereits zugemacht. Ein furioses Fortiwin führte zum verdienten Fin.
Ich ging pinkeln. Ein häufiges Muster an diesem Tag. Christoph schob es auf einen Tripper, den ich mir irgendwo geholt haben sollte (nicht wirklich möglich, da “No Erection - without Protection!!”), ich hatte da eher die von mir stetig geleerte 2 Liter-Flasche Wasser im Verdacht. Doch genug der Theorie, weiter zur Praxis.
(2) Kukuk / Rikeit
Wir mussten beginnen, was der gute Plan für unsere Deckkombination ist, selbst wenn wir so keine Karte zogen (diese Neuregelung wirkt recht random). Uns gegenüber saßen die reaktivierten Spieler Axel Rikeit und Kolja K. Zwei Dortmunder Urgestüme, die aber keinen Plan vom Format hatten (quasi erneut Frischlinge; zumindest im 2HG) und dank eines Byes in der ersten Runde nun eben von uns defloriert wurden. Sie hatten unseren registrierten Pool, an den ich nur noch wage Erinnerungen hatte, dem ich aber das Prädikat sehr gut gab. Der Laxel sollte mir da zustimmen.
Nach erheiternden Fragen, bezüglich Mulligan und wer wem wann und wie lange in die Karten schauen darf, ihrerseits und fragenden Gesichtern unsererseits, ging es los und unser Team zupfte effektiv aber sanft an ihren Jungfernhäutchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Christoph Fortiwin zeigte, ist sehr hoch. Ich erblicke einen großen Brocken, der im späten Spiel aus ihren Lebenspunkten gerissen wurde, daneben steht ein verräterisches “F”.
Ich ging wieder pinkeln. Ihr kennt das. Vor dem Deckbau prophezeihte ich Christoph ein 5-2 für den Tag und wir waren auf dem besten Weg dahin, so dass ich nicht schlechtgelaunt vor der Keramik stand und es plätschern ließ.
(3) Merkel / Ülker
Kollege Ülker auf der Gegenseite war screwed, Kollege Merkel versuchte es mit mehr Aktivität, aber aus dem Manatal konnte er seinen Teamgefährten leider nicht holen. Kann passieren, sollte uns nutzen. Fortiwin für unsere Sprout Swarm Armee, als das Board gerade gestallt genug aussah.
Ich ging frische Luft schnappen. Es regnete. Entsprechend inspiriert ging ich pinkeln. Ich sollte mir mal die Nummer von einem Urologen in der Nähe besorgen…
(4) Schweitzer / Wagner
Ich weiß nicht mehr genau was passierte. Meine Aufzeichnungen sind knapp, das Gedächtnis siebförmig und die Hälfte dieses Textes eh mehr erstunken und erlogen als tatsächlich so geschehen, aber ich träumte neulich von folgender Szene:
Sie stabilisierten dank Snapback auf eine 3 Power Kreatur beim sogenannten “Fortiwin - All In” (das ist der Move, wo man mindestens drei Mana generieren können muss - eins zwingend weiß - und alle seine Kreaturen ungefragt nach rechts dreht, um vor dem Combat Damage noch einen Spontanzauber auf den Stack zu legen) auf 5 Lebenspunkten und schafften es uns noch mindestens drei Züge bei Laune zu halten, in denen sie aber nicht ihr rettendes Damnation zogen, so dass die 5 erst zur 1 und noch einen Zug später zur 0 wurde.
4-0. Verdammte Hacke. Da ging ich erstmal pinkeln. Die Gerüchte besagten, dass bei einem 5-0 zwei Draws für die Top4 reichen würden. Ich war davon nicht überzeugt, machte Christoph aber darauf aufmerksam und uns beide noch einen Tick nervöser. Kann ja nicht angehen, mit den obigen Decks und so. Dieses Fortiwin konnte ja nicht jede Runde auftauchen…
(5) Stahl / Wahl
Und das war auch gut so. Sie zogen ihres nämlich nicht (oder das formähnliche Storm-Äquivalent aus Future Sight). Wir schon. War ja klar. Ich habe dem Christoph mal auf die Finger geschaut, wie er das mit dem Fortiwin machte, also dass es irgendwie immer kam. Ich kam ihm nicht auf die Schliche. Die Judges glücklicherweise auch nicht.
Das Spiel selbst sehr amüsant. Durch die Länge interessant und durch die Topdeckmöglichkeiten spannend genug, um mir prägnanter im Gedächtnis haften zu bleiben. Es sah zu Beginn durch meinen Shaper Parasite, aber dem passenden Shapeshifter auf der Gegenseite aus, als würden wir unsere erste Niederlage einfahren. Auch wenn Headjudge Micheal Hüllecremer anfangs noch draufbestand, dass die beiden keine wirksame Kombination seien. Ich bestand mit drauf, wenn auch grinsend (der Head-Judge hat in solchen Situationen immer recht). Unser Kreaturenbestand nahm Runde für Runde ab, während auf der anderen Seite der Red Zone ein Icatian Crier die ungetopdeckten Länder zu Soldaten machte und ein Empty the Warrens als dritter Spell noch Goblins danebenpackte. Sie griffen aber, auf ihre Fortiwins wartend, nie an, so dass wir mit Sprout Swarm halbwegs “gegenracen” konnten.
Als das rettende Dark Withering für den Shapeshifter kam ging es unsererseits in die Offensive. Wir hatten ihnen zuvor die Hälfte der Lebenspunkte entledigt und halbierten die nächsten 15 mit unserem Fortiwin in der Hoffnung da keine Nachahmerqualitäten auszulösen. Zwei weitere Schadenspunkte mehr und ab da hieß es warten, bis der Nether Traitor kam. Der sah sich durch einen Trespasser il-Vec vom Angriff behindert, aber nur temporär, weil keine Handkarten da waren. Da waren es nur noch vier Lebenspunkte. Einen Zug später sollte ein Ichor Slick den Siegeszug des Verräters behindern (wenn auch weniger effektig durch den il-Vec “gecycled”), wäre da nicht die zweite Rare aus meinen Deck, die bereits einige Zeit auf meiner Hand schmorte und sinnvoll eingesetzt werden wollte. Das Slick fraß einen frischen Tapper und als der il-Vec von mir überzeugt (wenn schon irreal und blocken wäre ja auch nicht mehr ohne Handkarten) in das Judge Unworthy lief, sahen wir die Riesen-Wespe und ein Licht am Ende des Tunnels.
Man hätte dabei sein müssen.
Das Spiel dauerte etwas länger, ergo ging ich pinkeln. Danach kümmerte ich mich um die Sache mit den Draws und unserer Top 4. Unerwarteterdinge war Christoph sofort dabei, als wir von Trash & Jöns, dem anderen 5-0-Team, das Draw angeboten bekamen. Hätte er gesagt, dass er zocken will, hätten wir gezockt. Er hatte den beiden in der Runde zuvor über die Schulter geschaut und wusste ob der Qualität ihrer Decks, so dass das Draw nur natürlich war.
(6) Müller / Jöns
Wir gingen ohne die Pros im Park spazieren. Dabei kalkulierten wir die Möglichkeiten für Runde 7, wurden durch eine Mordsoberweite abgelenkt, an der man einen ganzen Kleinstaat hätte säugen können, und kamen zum Schluss, dass wir mit unserem Opp-Score (dem derzeit besten) und der Punkteverteilung der Teams nach uns (es gab nach Runde 5 sechs Teams mit 12 Punkten) selbst bei einer Niederlange am Drafttisch landen würden. Da konnten wir die letzte Runde beruhigt zocken. Was wir taten.
(7) Hubacsek / Geipel
Sehr zum Leidwesen dieser beiden Herren. DaHuba und Thomas brauchten vielleicht den Draw aber schon eher den Sieg. Wir wollten aber Boosterpreise (es gab da die Sache mit dem Extra-Display für die besten Non-PT-Spieler und trotz meines einen Pro Tour Punktes bin ich dafür available, eben weil es ein Grand Prix und keine Pro Tour war, der mir den aufs Auge gedrückt hat) und so wurde gezockt.
Christoph hatte eine Hand mit drei Ländern und jedem Suspend-Spruch aus seinem Deck, was einen explosiven wie würfelreichen Start versprach. Meine Starthand tat nichts zur Sache und im Spiel selbst waren ich und daHuba, beide manaproblematisiert weil erknappt, eher Randfiguren. Thomas versuchte sich gegen die Wespe, den Shade und den Falken zu wehren, aber ohne wirklichen Erfolg, so dass Turn 6 die Hände gereicht wurden. Es brauchte noch nicht einmal ein Fortiwin.
Wie schon die restlichen Gegner des Tages bekamen unsere Gegner vom Christoph noch jeder einen Karamellbonbon, die er verteilte, als wären wir in Kölle auffe Zoch. Die sollten selbstredend nicht reichen, um ihnen den 5ten Platz zu versüßen.
Von unserem Sieg inspiriert einigten sich neben uns das Team Mo / Tai und das Team Müller / Jöns auf das Draw, so dass es noch auf ein Team (Bode / Wigge) zu warten galt. Die Wartezeit nutzte ich für eine kleine Pinkelpause.
(Draft)
Der Plan war, dass wir keinen Plan hatten. Im Groben lief es darauf hinaus, dass wir in den beiden Time Spiral-Boostern versuchten uns auf Farben zu einigen um diese durch entsprechende Quali- wie Quantität in den letzten vier Boostern zu festigen. Klappte natürlich nicht. Aber wir griffen ein Fortiwin ab, dass dem Christoph sehr gefiel, der sogar noch ein zweites forderte, wo ich mich aber erfolgreich gegen wehrte.
Im Endeffekt hatten wir ein G/w mit u.a. Fortiwin als Splash und ein U/R/w mit dem entsprechenden Drachen als Drittfarbbeleger.
(Halbfinale) Sauerborn / Scharfe
Der Mo und der Tai, das einzige andere Amateur-Team der Top4. Der Mo ist ja bald eine “ProMo” (dank an Marcus für diesen Wortwitz) und der Tai darf froh sein, dass er nicht Sti heißt. Beim Mischen einigten wir uns auf den Amateur-Price-Split für das Display, weil das eben nicht nach Swiss-Standings, sondern nach der Top4 verteilt wurde und es begann.
Die beiden hatten die guten Decks (Doppel-Soot, Firemaw Kavu, all so Scherze), ich den Screw und mein Teamgefährte den Flood. Während sie uns große Brocken in zweistelliger Lebenspunktehöhe entnahmen, nagten wir sie auf 24 runter und legten ein Nacatl War-Pride. Sie hatten fünf Kreaturen, darunter einen Tapper, der - so war es Tais Plan, Mo tendierte eher zum Firemaw Kavu als Solution für die Katzenkrieger - sich dem War-Pride annehmen sollte. Ein Pongify in ihrem eot aber sollte diesen Plan vereiteln und wir durften angreifen. Der Knabe plus fünf Token, da wäre ein Fortiwin ganz edel gewesen. Hätten wir es gehabt (es sollte die nächste Karte in Christophs Bibliothek sein, verdammt noch eins), hätte Tai Hackengas geben können und Chrissi und ich hätten Mitte gemacht. So chumpte der Affe und sie nahmen 15 und nicht 25 Damage. Wir starben im Gegenangriff.
Ich ging erstmal Wasser lassen.
Es kam wie es kommen musste. Das gewinnende Pro-Team aus dem anderen Halbfinale (Bode & Wigge) gab direkt nach dem Sieg auf, so dass Mo & Tai (mehr Tai denn Mo) sich später für diese Geste erkenntlich zeigten. Der Marktpreis liegt derzeit bei 300 EUR pro Person, wenn es jemand wissen will. Dies setzt einen Reisegutschein von 750 EUR voraus.
Nun ist das mit dem Conceden und dem Reisegutschein, wie auch mit den Slots und vor allem mit den scheinbar unterschiedlichen Regelungen seitens Wizards.com und Hasbro.de so eine Sache, die ich vor dem Draft mit dem Christoph durchkaute.
Mir war bekannt, dass die Qualifikationen runtergereicht werden kann (dazu muss man beim Turnier einen Wisch ausfüllen), wenn das gewinnende Team bereits qualifiziert ist. Mir war weiterhin bekannt, so wollte es die deutsche Seite, dass die Reisegutscheine in dem Fall ihre Gültigkeit verlieren. Dies wurde in Hamburg am Tag zuvor, wo Budde & Wigge sich den Sieg sicherten scheinbar unsauber gelöst (dort gab es - so las ich - weder Wisch, ergo keine Slots für die Zweitplatzierten, aber Reisegutscheine)
Nun ist es so, dass die amerikanische Mutterseite bezüglich dieser Problematik sagt, dass der Travel-Award beim ersten Team bleibt und erst dann verfällt, wenn dies noch keins hat, weil diese nicht kumulativ sind.
Merkwürdige Sache das.
Für mich - der so “bezahlte” Concessions nicht prickelnd findet - hätte das bedeutet, dass wir bei einem Win im Halbfinale aufgrund der Bereits-Qualifziertheit der anderen Halbfinal-Teams die Qualifikation sicher im Sack gehabt hätten. Was den Travel-Award betrifft, so hätte ich den ausgezockt. Christoph hätte seine Karamellbonbons gezückt und versucht damit was zu erreichen. Ansichtssache eben.
Wo wir schon bei Organisatorischem sind, sei erwähnt, dass diese, wie eh und je, hervorragend gemeistert wurde, die drei Judges wirkten auf mich souverän, auch wenn der Head-Judge so wirkte, als sei er frisch aus dem Winterschlaf geweckt worden. Da freut man sich auf den Nationals Qualifier am 26sten Mai!!
Nun denn, ich geh jetzt erstmal pinkeln…
A Sunny Day in Dülmen
— 21-04-2007 —
Die Sonne stand hoch am Himmel, der Morgen war frisch aber mild und mich erwartete, nach einiger Abstinenz, ein Tag voller Magic, so dass es niemanden - mich mal gar nicht - verwunderte, mich mit einem fetten Grinsen die Straße zur U-Bahnstation runterswingen zu sehen. Am Bahnhof erwarteten mich der Alex und der Felix sowie die Aufgabe halbwegs (ergo nur Hin- nicht Rückweg) legal nach Dülmen zu kommen. Die Möglichkeiten und Mächte meiner Monatskarte - und dieses Schicksal teilen viele, die den VRR nutzen - enden kurz vor Dülmen in dem sicherlich herrlichen Städtchen Sythen und das ist - wie es der Zufall will - der letzte Bahnhof vor dem eigentlich zu erreichenden Zielbahnhof, Dülmen, selbst. Soviel die Umstände, die dafür sorgten, dass ich mich mit den technischen Errungenschaften der Bahn rumquälen durfte, was aber nur mein Konto und nicht meine Laune minderte.
Im Zug trafen wir weitere Spieler - ein Legacy-Pärchen, dessen Gesichter mir bekannt vorkamen, deren Namen mir aber noch nicht mal unter Drogeneinfluss einfallen würden - und stets fidele Dennis. Dieser spielt erst im weiteren Verlauf des Textes eine Rolle, wenn er mir zwei Godless Shrine und dem Mike über Umwegen einen Dark Confidant leiht. Nichtsdestotrotz eine kurze Erwähnung, nur damit ich es später nicht vergesse.
Die Fahrt nach Dülmen über nervte ich Alex & Felix (hierbei muss ich irgendwie an Hinkelsteine denken), die sich beim Vintage-Testen ihre Fetchländer brav aufbewahren, wie naive Pussies ihr Jungfernhäutchen, und dies aus ähnlich stupiden Motiven, nämlich der Wahrscheinlichkeit, dass das einzig Wahre noch kommen könnte. Im Falle der Fetchländer sind es eben die Brainstorms und so oft ich auch versuchte es ihnen klarzumachen, sie wollten nicht einsehen, dass diese wohl eher kämen, wenn sie sich vorher die Länder aus der Library fetchten, die den Brainstorms den Weg an die Oberfläche versperrten. Sie blieben uneinsichtig.
Nutzen wir ihre unverrückbare Eigensinnigkeit, um mein ebenso starrköpfiges Sideboard zu präsentieren (in Klammern die theoretisch nutzbaren Verwendungsmöglichkeiten):
2 Disenchant (Glare)
2 Sacred Ground (Land Destruction; U/R Tron; Angelfire)
2 Worship (Aggro - Geschmacksrichtung egal)
2 Darkblast (Project X; Aggro; Dredge)
1 Mortify (keine Ahnung; war mal ein Shrieking Grotesque)
1 Sudden Death (Teferi)
2 Nightmare Void (Control-Haufen)
3 Phyrexian Arena (Control-Haufen)
Es folgt ein Slapstickszenario, was jeder kennt und was wir uns deswegen besser in fast forward anschauen: random shake hands; zwei Stonecloaker kaufen; Nicken hier und da; mir die Karten von Dennis leihen; Deckliste schreiben; Anmeldung vollziehen, dabei schweinische Sachen zu der höflichen Frau am Tresen sagen; mein Sideboard checken; mich dabei wundern, dass dies wohl nur nur noch randomer wäre, wenn ich grüne und rote statt schwarze und weiße Karten verwenden würde; warten auf die Anmeldung, mit den Bottropern reden; den Frisör, P.layer und TobiH begrüßen; zu den Pairings laufen — erste Runde:
Das normale Verhältnis in einem Deck zwischen Spells und Ländern liegt im Durchschnitt zwischen 65:35 und 55:45, wobei Länder durch die kleine Zahl repräsentiert werden. Ziel und Zweck dieser Einteilung ist natürlich, dass einem im Spielverlauf ein ähnliches Verhältnis durch die Hände rauscht. Als ich in der ersten Runde gegen Alexanders R/G Beats auf sieben Spells ganze zehn Länder zog, war ich trotz des gerade Beschriebenen nicht weiter erstaunt und auch nicht erzürnt, weil sich darunter neben einem Paladin, zwei Ghost Councils (eins ging später den Weg des Feuers) sowie dem noch öfter anzutreffenden Duo aus Ravenous Rats und Shrieking Grotesque befand. Dies reichte aus, um gegen seine Kreaturen zu bestehen und das erste Spiel war im Sack.
Im Zweiten hatte er die besseren Kreaturen, ich nur ein Sudden Death (mein erstes Removal an diesem Tag, was entsprechend gefeiert wurde) und war recht schnell dahin. Es wäre schneller gegangen, wenn ich keinen Mulligan genommen hätte. Ähnlich ging es ihm im dritten Spiel. Ich startete erneut mit Ratte & Grotesque, die aber nur als Chumpblocker herhielten. Irgendwann übernahm diesen Teil - zumal effektiver - ein Paladin und scheinbar aus dem Nichts tauchte ein Stonecloaker und im Gepäck ein Warhammer auf.
Nun ist das mit dem Warhammer so, dass ich ihn vor Beginn des Turniers noch als “Umezawa’s Jitte 2007″ anpries. Er macht Leben, gibt den Stärkebonus und das mit dem Kreaturenkillen klappt spätestens dann, wenn der Gegner anfangen muss, seine Kreaturen vor den fahrenden Warhammerzug zu werfen.
Nun ist es aber auch so, dass er im frühen Spiel zwei Turns kostet (zwei mal drei Mana sind schon eine Hausnummer, wenn man noch nicht so viele Länder hat) und man gegen Aggro im frühen Spiel eben alles hat, nur keine zwei Turns. Ein zweischneidiges Schwert (okay, eher ein Hammer…).
Im dritten Spiel sollte ich diese aber haben und zitterte im Takt des stetigen Auf und Ab meiner Lebenspunkte, während er mit seinen recht bescheidenen Horden in meine Blocker rannte und ich im Gegenzug den Stonecloaker mit dem Hammes klopfen ließ. Es sollte reichen.
Aufgrund meiner doch recht schwachen (im Sinne von Brust, weniger ob der Spielbarkeit) Kreaturenbasis, hielt ich das Match-Up gegen R/G Beats für nicht so berauschend. Da bedarf es des Paladins oder mehrerer Ghos Councils, wie man sieht. Wie genau das gegen R/G aussieht, wollte mir Stephan in der zweiten Runde zeigen, aber es sollte nicht so recht klappen. Er startet nämlich direkt mit den zwei Mulligans, meine Starthand war brilliant bis diamantig und weil ich gleich für jeden seiner Mulligans eine Isolation hatte, sollte es weniger das Problem werden. Das zweite Spiel - er war nett grün-screwed und seine beiden Kird Apes wussten mit den Mountains nichts so recht anzufangen - war so safe, man hätte Wertsachen drin aufbewahren können.
Das war nun weniger aufschlussreich. Aber es waren ja noch fünf Runden zu spielen. In der Pause ging es in die Sonne, um zu schauen, ob die immer noch so warm war, wie ich das aus dem letzten Sommer in Erinnerung hatte. Hier traf ich den TobiH, der tatsächlich seinen Dredge-Haufen zockte. Wir sprachen ein wenig über die “Arbeit” (dabei lachten wir mehr über den JensK als alles andere), wunderten uns darüber, was aus dem Justus Rönnau - bis zur Mitte des letzten Jahres der deutsche Stern am Judge-Himmel, kurz davor sich seinen vierten Zacken abzuholen - geworden ist, der uns deswegen auffiel, weil er eben in Dülmen immer den Judge mimt und von uns dort draußen gesichtigt wurde. In den Augen, in den Sinn, sozusagen. Der TobiH meinte, er wollte sich darum kümmern. Für mich war es Zeit zurückzukehren, weil es weiter ging mit Runde drei.
Weil ich beim Zocken meine Augen gerne mal auf den Nachbartischen links wie rechts neben mir habe, wusste ich, dass der Marcel es mit fiesen Tricks und der Kartenkombination aus Saffi und Crypt Champion versuchen würde. Nur sein Glück war ihm alles andere als hold. Wenn nämlich in dieser Runde einer Glück hatte, dann ich. So gewann er zwar den Würfelwurf, aber ich hatte meine Gemstone Caverns in der Hand, die für ein 1st Turn Castigate (traf nach Mulligan seinerseits und bei der Wahl zwischen Teysa, Chord of Calling, Mortify und Orzhov Pontiff letzteren) gefolgt von weiteren Discard-Effekten sorgte. Eben deshalb der Pontiff. Zumal dieser gegen meine Ratten (fliegend wie gierend) im unschönen Verhältnis tauscht und sogar den Paladin von den Beinen holen kann. Doch nachdem er kaum noch was auf der Hand hatte, ich mich mit meinem Druck ebenfalls zurückhielt, schauten wir uns ein wenig an, bis auf meiner Seite Stonecloaker, Loxodon Warhammer und Ghost Council auftauchten. Der Stonecloaker besänftigte Marcels Friedhof - quasi mit Buyback - indem er ihn combofrei “hüpfte” und zusammen mit dem Warhammer und einer Councilaktivierung sollte es trotz Chumblockbird für die letzten sechs Lebenspunkte reichen.
Ich boardete die guten Karten, nämlich die Darkblast sowie das Sudden Death gegen die schlechten Karten, in diesem Falle die Temporal Isolation und startete, weil er startete, erneut mit einem Luck Counter auf meiner Gemstone Cavern. Selbst wenn ich an diesem Tag nur einen einzigen Luck Counter hätte platzieren dürfen, die Cavern hätte sich für mich mehr als gelohnt (es sollten insgesamt drei Luck Counter an diesem Tag werden; aller guten Dinge wegen). Das ist halt das Prinzip dieses Spiels (und auch des Lebens an sich, aber ich will die Feuerstelle klein halten, um mich nicht zu sehr zu verbrennen). Es kommt weniger auf Wahrscheinlichkeiten an, denn mehr auf Zufälle. Denn, so mathematisch perfekt ein Deck auch durchgerechnet sein mag, was letztlich oben raus kommt, lässt sich nie genau ermitteln. Darauf baue ich.
Äh ja, wo waren wir. Ich hatte den Luck Counter, er sah ihn zwar, ich klärte ihn sogar näher darüber auf, dass somit das Glück klar auf meiner Seite wäre, doch er versucht sich aufgrund meiner besseren Boardsituation trotzdem in der Kombo, in response auf seinen Crypt Hannes aber zeigte ich ihm natürlicch das Darkblast für seine Essence Warden, erklärte ihm weiterhin, dass ich mir die Ravenous Rats für seine letzte Handkarte (noch eine Warden, so dass er erneut in Kombo hätte gehen können) dank des Champions hole und er scoopte einsichtig.
So muss das laufen.
3:0, eine Blockseite vollgekritzelt, sehr schön. Noch vier Siege und ich hätte mal Dülmen gewonnen. Klar gibt es besseres, aber von der Bettkante schubsen würde ich nen Dülmentitel nun auch wieder nicht. Es waren ja nur vier Runden, wovon direkt die erste das Blatt wenden sollte.
Der Jan T. aus Essen (später kommt noch ein Jan aus Essen, deswegen das Nachnameninitial; damit die halt wissen wer wer ist) spielte, wie man im Deck Check erblicken kann, nicht nur Angelfire, nein, er ging auch noch als erster durchs Ziel. Er musste seinen persönlichen Luck Counter irgendwo an seinem Körper versteckt haben oder so. Eine Caverns hatte er nicht - soviel konnte ich entdecken - aber das mit dem Glück funktionierte hervorragend. Er nahm einen Mulligan, ich zerflückte ihm die Hand und machte auf Aggro, als käme ich aus der Hauptstadt. Bis auf eins prügelte ich ihn runter, da zeigte er mir den Wrath von oben!! Ich legte also mehr Kreaturen nach - da der Wrath ja irgendwann kommen musste, hatte ich noch welche auf der Hand - da fing er an mit multiplen Lightning Helix um sich zu werfen. Dies klappte gar so gut, dass ich irgendwann auf 7 Lebenspunkten hing, keine Offensive mehr hatte und er mich mit einem Demonfire - erneut from the top - in die Kabine schickte.
Ich wechselte fleißig hin und her, doch sollte alles vergebene Liebesmühe sein, weil er nicht zwei, nicht drei, nein gar vier Court Hussar präsentierte, die ihm omalike sanft die Hand tätschelten, meine Angriffsversuche vereitelten und mich fast zur Weißglut triebelten.
So war das nicht geplant. Wenn hier einer Glück haben sollte, dann ja wohl bitte ich. Wozu mache ich mir denn die ganze Mühe hier?? Fuck!! Erstmal an die Sonne, abkühlen. Wollte auch irgendwie nicht. Der Frisör qualmte seine Moods, musste eine schlechte erwischt haben, weil er in derselben, den Gesprächen der Kids lauschend, die Evolution in Frage stellte. Also wieder rein. Zwischendurch pinkeln. Nie verkehrt. Der Dietsch hatte auch nen Lauf, aber mehr die Toilette runter, als den Olymp rauf. Er flüsterte was von Blocktesting und dessen Einfluss auf seine Spielqualität, wer’s glaubt… Lieber zurück in den Turnierverlauf, Start frei für Runde fünf.
Der TrashT. Der TrashT ist ein Guter. Das erkennt man daran, dass er immer brav das zockt, was der Henke ihm vorspielt, also B/G Dredge. Der TrashT ist gar so gut, der kann das Spiel. Er kann sich aber auch gut aufregen. All das gebündelt in einem Match, das war vergnüglich. Wir splitteten die ersten beiden Spiele. Im Ersten hatte er Dread Return auf Bogardan Hellkite; ich hatte zwar Temporal Isolation, aber kein Mana :-/ im Zweiten kam er nie so wirklich ins Spiel, weil ich ihm seine Madness- und Treshold-Enabler darkblastete. Das Dritte aber, das sollte es werden. Machen wir zur besseren Übersicht und der Spannung wegen einen Absatz.
Ich begann mit einem Mulligan und mit dem ersten Landdrop. Bei mir wollte nicht so viel auf den Tisch kommen, vor allem keine Länder, bei ihm um so mehr in den Friedhof. Als ich drei Mana erreichte, begann ich damit seinen Friedhof mit einem Stonecloaker zu entminen. Runde für Runde für Runde. Er dredgte weiter fröhlich vor sich hin, verfolgte dabei einen mir nicht ersichtlichen Plan, bis er mir ein Svoghtos auf den Tisch legte, den ich mit einem Paladin in Schach hielt. Er dredgte noch ein mehr, ich cloakte entgegen, kam aber nie über die fünf Länder hinaus, um effektiver ins Spielgeschehen einzugreifen. Plötzlich tauchten die ersten Darkblast auf und hier fängt es an spannend zu werden.
So hatte ich eine Ravenous Rats und ein Castigate auf der Hand und weiß, dass er zwei Darkblast auf der seinen hat. Der gute Plan wäre gewesen Castigate zu spielen, ihm damit einen Blast zu removen, um anschließend mit der Ratte für einen halbwegs gelungenen Timewalk zu sorgen, weil er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit den Blast wieder dredgen würde, bevor dieser den Weg des Cloakers geht. Zwei Darkblast auf seiner Hand wären des Stonecloakers Tod. Ich spielte, obwohl ich innerlich alles geplant hatte und auch ob der guten Reihenfolge wusste, es genau andersrum. Also so halb wenigstens. Ich legte die Ratten, bemerkte meinen Fehler und fluchte unendlich innerlich. Im Modo wäre das wohl ein klassischer Misclick. Also wartete ich mit dem Castigate spielen, bis ich nächste Runde noch eins zog. Das Ende vom Lied: ich hatte keine Ratte mehr, zwei Castigate verballert und ein Darkblast entfernt. Nice Move!!
Irgendwann meinte ich das Spiel im Sack zu haben. Ein 11/11er Troll seinerseits wurde in die Isolationszelle verfrachtet, in seinem Friedhof gab es nur Kleinvieh und die nahenden Svogthos blickten im gesunden Verhältnis von eins zu eins meinen Paladinen entgegen. Zeit die Endrunde einzulegen, dachte ich mir, und wollte das Spiel mit einem Dark Confidant beschleunigen. Dieser offenbarte brav die Länder (irgendwo müssen die ja sein, wenn sie nicht auf meinem Tisch liegen) und durch die Luft wie mit den unaufhaltbaren Paladinen ging das Spiel an mich.
So weit, so gut. Nur durfte ich mir jetzt vom Trash anhören, was für ein Glück ich doch gehabt hätte, weil der Confidant nur brav die 0-Mana-Spells von oben präsentierte. Hätte er mir (ich war auf 18) sieben Lebenspunkte gesaugt, wäre es um mich geschehen gewesen, weil dann der isolierte 11/11 Troll vorbeigeschaut käme, die 11 Damage auf den Stack wandern und sich der Troll bevor sie resolven selbst ins Aus regeniert hätte. Auf diese Art und Weise wäre da nix mehr mit Isolation gewesen und ich hätte schlucken müssen. Da war ich baff. Der Trash ist schon ein Regelfuchs.
Weiterhin durfte ich mir lautstark anhören, wie schlecht es denn gewesen sei, den Stonecloaker immer in meiner Mainphase zu spielen, statt, wie es Sitte ist, damit auf seinen Eot-Step zu warten. Ich entgegnete ihm, dass ich das mit Absicht gemacht habe, um ihn zu ärgern. Er war nicht sehr amused. In Wirklichkeit spielte ich das natürlich so, weil ich die meiste Zeit von dem einen Darkblast wusste. Sollte er sich nun mal entscheiden eine Karte zu ziehen, statt zu dredgen, und dies genau das zweite Exemplar des Blasts sein, wäre ich eot ganz schön gegen die Wand gelaufen.
Das 4 zu 1 beglückte mich und ich erwartete in der nächsten Runde eigentlich den P.layer, der mit seinem B/R Machinehead entsprechend an meinen Paladinen zu knabbern gehabt hätte. Aber es sollte nicht das rot/schwarze, sondern das weiß/schwarze Deck werden. Somit war es in Runde sechs nicht der Patrick, sondern der Jan, der zweite aus Essen; da ist ein Stadtteil nur mit Jans, habe ich oft das Gefühl.
Schwarz/weißes Deck klingt wie ein Mirror, ist es aber nicht, denn er zockt Rebels. Mercadian Masques Style ohne wenn und aber. Es reichte in Iserlohn bereits zu einer Top4 und selbst wenn es in Dülmen letztlich nur der 12te Platz war, diese Rebellen scheinen turniertauglich zu sein. Gegen mich hatte er kaum Probleme im ersten Spiel, trotz doppelten Mulligan bei ihm und einiges an Discard von mir, brachte ich in nie tiefer als 15 Lebenspunkte, während er im Gegenzug bei mir die volle Distanz hinlegte. Spiel zwei wurde knapper und es war nur einem “Topdeck” seinerseits zu verdanken, dass ich gewann. Sein Dark Confidant wollte nicht so recht, denn obwohl er sich in response auf den Bob noch auf die vier Lebenspunkte durch einen Aven Riftwatcher hochmogelte, brachte ihn ein Wrath of God (keine Ahnung, wieso er die reingeboardet hatte) zu Fall. Ich hatte entsprechend meine Hände im Spiel, weil ich nach der Rebellensuchaktion gekonnt die Bibliothek cuttete. Es ging aber auch in die anderen Richtung. Meine Starthand frohlockte mit Darkblast, das gegen seine X/1 Gold wert ist und was macht er?? Er zeigt mir nicht einen, sondern gleich zwei seiner drei Knight of the Hokey-Pokey und das Darkblast sieht direkt wiel schimmeliger aus. Na toll. Ich nutzte es trotzdem effektiv, um die anderen Knechte neben den Knights umzuballern und dregde mir dabei diverse Ghost Councils und Removalspells sowie den Sieg in den Friedhof. Shizz!!
Entsprechend geladen ging es in die letzte und siebte Runde, wo Eugen “The Virus” auf mich wartete. Ich nenne ihn deswegen “The Virus”, weil er mich an eine sexuell übertragbare Krankheit erinnert, von der ich mal gelesen habe (wer gerne mal seine Angel auswirft, sollte wissen, was sich so alles im Teich tummelt). Eugen war gar nicht amused, sah auch leicht betrübt aus und so fragte ich ihn halbwegs mitfühlend, ob denn sein Freund Schluss gemacht hätte, gestand aber gleichzeitig, dass ich das verstehen würde. Keine Reaktion seinerseits. Also zockten wir.
The Virus hatte U/B Pickles am Start und mich im ersten Spiel recht flott im Brine Elemental-Lock. Kein schönes Gefühl von Eugen gelocked zu werden. Im zweiten Spiel leistete er zum Ende hin einen entscheidenden Fehler. So war er auf 3 und ich auf 4 Leben. Ich hatte eine Shrieking Grotesque im Spiel, was gegen seinen Teferi schon beachtlich aussah. Nun versuchte ich ein Ghost Council. Meine neun Länder waren gegenüber seinen sechs Länder klar vorteilsbehaftet, so dass ich mir sicher war, weder in einen Mana Leak noch in ein größeres Rune Snag zu laufen. Rewind wäre tragisch gewesen, aber c’est la vie. Es sollte in response nur ein Mystical Teachings werden, so dass sich der Eugen ein wenig Bedenkzeit nam, die ich nutzte um ihm sinnvolle Möglichkeiten vorzuschlagen. Er ließ sich davon nicht beeinflussen, fand weder Disenchant noch Lightning Helix, sondern entschied sich für einen Mana Leak Remand, so dass ich das Council erneut ausspielte, was resolvte und so gewann ich dieses Spiel. Der Dietsch und der Oliver saßen zu Eugens linker und rechter Seite und schüttelten entsprechend den Kopf ob seiner Fehlleistung, weil die Möglichkeiten, die er gehabt hätte, fast aus seinem ganzen Deck bestand. Spiel drei hatte er sich aber wieder gefangen und stampfte mich ein.
Tja, das war es. 4:3. Platz 17, was Preise bedeutet hätte, wenn ich länger geblieben wäre, aber Asterix & Obelix, die netterweise auf mich gewartet hatten, nachdem es bei ihnen im Vintage nicht so recht wollte (es könnte mit einem Fetchland zu tun gehabt haben), wollten gehen und so trieb ich sie zum Bahnhof vor mir her, es des Abends noch mit der Frau und überhaupt bunt wie immer.
Udo Lattek im Finale
— 11-02-2007 —
Maestro Musica!! Gracie.
Das gute Stück dauert runde sieben Minuten, knappe 30 Sekunden draufaddiert zwecks Ladezeit (je nach Verbindung; letztlich nicht verbindend diese Zeitangabe) und bietet somit genug Zeit für eine deftige Einleitung und ein paar schwitzigen (ergo schweinisch bis witzig) Links, um die Zeit zum “Reden von Morgen”-Vortrag von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (würde dieser nicht entfallen, wie ich gerade feststelle - WTF!!) in zwei Stunden mit meinen, oder besser unseren (also die vom Christoph und mir) Erlebnissen des gestrigen 2HG-Trials im MageStore in Düsseldorf zu überbrücken.
Da ich nun aber unerwartet mehr Zeit habe, quasi untimed, kann ich weiter ausholen.
Eigentlich wollte ich in Amsterdam beim Two-Headed-Giant (2HG) Grand Prix den Judge mimen. Das Time Spiral Limited-Format hat für mich vom Fun-Faktor her die Reißfestigkeit einlagigen Toilettenpapiers. Nicht gerade saugfähig und alles andere als benutzbar, noch nicht mal, um sich den Hintern damit abzuwischen. Aber, wie ihr wisst, wurde daraus nix. Wizards schien keine Lust auf meine Klo-Anekdoten zu haben. So stand ich da und es galt mir einen zweiten Kopf zu suchen, mit dem es in Amsterdam zur Sache gehen konnte. Ich fand unerwarterdings keine Frau, die mir einen Kopf geben wollte und musste erneut umschwenken. Die üblichen Verdächtigen (Mo & Co) waren alle bereits vergeben, meine kleine Schwester in “Familienangelegenheiten” unterwegs und es kam, dass ich nach dem Prerelease in Dortmund den Christoph fragte. Und mal ehrlich, mir hätte nichts besseres passieren können.
Christoph ist eher der Casual-Spieler, der mit familiären Unterbrechungen (hier galt es Ehen zu retten), nie wirklich von der Magic-Nadel kam und sich im Marcus’schen Dunstkreis der von mir liebevoll benannten “Hösel-Connection” (random Guys und eine Gal - huhu Marion, die gerne mal einen Draft schieben) aufhält. Ein sehr vergnüglicher Zeitgenosse also, der auf mein Angebot zum Grand Prix einging und bei den Trials entsprechend mit von der Partie ist. Er sorgte auch indirekt für den Namen unseres Riesen - “Udo Lattek”, weil er als bekennender Fußball-Fan nicht nur einen ählich klingenden eBay-, sondern auch Mail-Account hat. Da ist eine Benennung als Hommage an diesen Trainergott doch geradezu Pflicht. Wir solltem ihm alle Ehre machen.
Läuft die Musik noch?? Try this!!
Ein Trial ist ja, neben der Möglichkeit sich Freirunden für den Grand Prix zu besorgen, mehr eine Trockenübung für das Format selbst und gerade beim Highlight - hust - der Magic-Formate, dem 2-Köpfigen, tat ein wenig Übung übel Not. Dies schien aber nicht jeder so zu sehen, so dass wir neben sechs anderen Teams - darunter “Riesen” wie Volker & P.layer, der Mo mit dem Tai, Markus Magera mit Jan Prüser und random Düsseldorfern - nur zu siebt im MageStore standen und auf Produkt - ein Tournament Pack Time Spiral, ein Booster Time Spiral, sowie drei Booster Planar Chaos - warteten. Dieses galt es zu registrieren - hier wurden Witze über eventuell vorregristierte Pools gemacht - anschließend zu swappen und letztlich zu verbauen (in beiden möglichen Auslegungen dieses Wortes).
Heraus kam ein klobiges R/B für den Christoph mit Highlights ala Stronghold Overseer und Soul Collector, sowie einem G/U/w für Morph, Trickseria und einem Sliver-Subthema, weil wir neben dem Psionic Sliver den Might und den Sinew-Sliver sporteten. Es sollte nicht wirklich gut sein, aber es gab schlechteres.
Das mit den Slivern ist eh so eine Sache. Während es beim Single-Limited meist nur vorkommt, dass man, wenn man, die Truppe alleine führt, sorgt das 4-Spieler-Format, eben durch die Menge mehr an Spielern, dafür dass direkt ein paar mehr ihre gesplitteten Schwänze rausholen, aber nicht um zu vergleichen, sondern um sich gegenseitig noch zu verstärken. Schon gay das ganze. Da lohnt es sich aber auch weniger “gute” Sliver wie den Ghostflame Sliver im Deck zu haben, der bei Anwesenheit seiner Artgenossen plötzlich zum “Mehr-Bär” wird.
Letztlich kamen die Sliver aber nie so richtig zum Einsatz. In der ersten Runde durften wir gegen zwei Jungs ran, die ähnlich wie wir null Ahnung vom Format hatten und hätten es letztlich sogar fast gewonnen, wäre die Sache mit den Layern nicht so komplex (zu komplex für meinereiner):
Trotz der Tatsache, dass an unserem Tisch - mich mal mitgerechnet - drei Level 1 Judges saßen, konnte ich unsere Gegenüber fast davon überzeugen (ich war ja selber verdammt überzeugt davon), dass wenn ich den Crookclaw Transmuter auf den Jedit Ojanen of Efrava spielte und wir den Stronghold Overseer zweimal aktivierten, wir durch die Vertauschung von Power und Toughness bei der Katze genau auf 14 (von 13 benötigten) unblockbaren Schadenspunkten kämen, vor allem, ohne, dass sie den Jedit mit dem Saltfield Recluse hätten abschießen können. Ja, ich war so überzeugend, dass wir alle vier von gleich mehreren logischen Fehlern überzeugt waren. Letztlich fiel es doch auf und wir im letzten Extrazug auf die Nase.
Das mit der Unblockbarkeit ist im 2HG ebenfalls ein Thema. Es ist ja nicht so, dass Evasion im Limited nicht schon immer von größerer Bedeutung war, aber in diesem Format nimmt es andere Züge an. Da stehen die Landwalker (es gibt nur Forest- und Swampwalker) über den Fear-Jungs (von denen es in gleich drei Farben - B, R und w - welche gibt), weil man förmlich gegen einen vier- bis fünffarbigen Gegner spielt, der entsprechend viele Basic-Lands (gerade Sümpfe wegen der Removalhäufigkeit in Schwarz) und eben eine vielfarbige Kreaturenbasis (gerade in Rot und Schwarz, wieder durch die Removals bedingt) am Start hat. Wo es auf der einen Seite leichter zu blocken ist, da hält der Coal Stoker einiges auf, glänzt gerade Genosse Wormwood Dryad wie nix. Dies auch der Grund, wieso man die Bog Serpent unbedingt spielen sollte, weil sie nur selten ein Defender bleibt.
Nach so viel Anstrengung in Runde eins hatten wir uns ein Päuschen verdient. Wir feierten unser Bye im McD und ließen die Bedienungen auf den Tischen tanzen.
Bleibt die dritte und entscheidende Runde. Bei einem 7-”Mann”-Event und einem Cut auf die Top4 reicht ein 2-1 für eine Platzierung in eben dieser, so dass ein Sieg Pflicht war. Ein Team hatte breits halbherzig gedroppt, so dass es für vier Teams, die alle 1-1 standen, um die Wurst ging. Die beiden 2-0er spielten sich entsprechend an den Eiern.
Wie es der Zufall will, stand Volker mit seinem Lehrling ebenfalls 1-1. Ein faux pas seinerseits sollte dem Gespann in der ersten Runde den Kopf gekostet haben, was ich aber nur der Lautstärke bedingt mitbekam. Genauere Details folgen vielleicht. Unser Spiel war recht relaxt und gipfelte darin, dass wir ein Void für drei resolvten, was bei Urborg Syphon-Mage, Primal Forcemage und einem weißen Flieger für 1WW auf der Gegenseite schon mal nicht schlecht war. Als sie uns beide irrtümlicherdings noch ihre Hände zeigten und wir drei mehr Dreidrops erblickten (Void ist die Art von Karte, die man meint zu kennen, die aber bestimmt nicht das macht, was man denkt), highfiveten wir innerlich und grinsten äußerlich. Dem P.layer ging auf, dass aber nur einer der beiden ihre Handkarten abwerfen durfte, so dass wir nur den Volker um zwei seiner Handkarten brachten. Bei einem Shaper Parasite auf meiner Hand, sollte der zweite ebenfalls erblickte Urborg Syphon-Mage auf P.layers Hand nicht wirklich ein Problem darstellen und wir gewannen kurze Zeit später.
Christoph musste seinen Abend vor der Sportschau noch ein wenig verschieben und wir durften draften. Es wussten von den anwesenden vier Teams (Mo&Tai, Markus&Jan, das Team aus unserer ersten Runde und wir) aber lediglich die beiden erstgenannten Teams so richtig, wie das mit dem Draft ging und wir waren erstaunt zu erfahren, dass es sechs Booster gab (vier TS, zwei PC) und man nicht einen Pick pro Booster hatte, sondern zwei. Da war der Plan klar: Raredraften, bis sich alles dreht.
Noch im dritten Booster war unklar, was es wie sein sollte. Wir hatten Qualität in allen Farben und bekamen dick Schwarz und Weiß von je rechts und links reingebuttert. Nebenbei namen wir ein wenig Grün und Rot und ignorierten Blau bis auf drei Aussetzer: Ephemeron, Shaper Parasite, Crookclaw Transmuter, die es aber in kein Deck schafften. Ein Vhati il-Dal im letzten TS-Booster zementierte letztlich die Farbkombinationen auf ein aggressives W/R und ein im manamäßigen Mittelfeld gelagertes B/G. Ersteres sollte ich in Händen halten.
Wir durften im Halbfinale gegen Markus und Jan ran, die sich ein kontrolllastiges B/W mit vielen Saltfield Recluse und ein U/G/w (für Blink und Thrill-Flashback) zusammengeschraubt hatten. Es wurde eine längere Angelenheit. Meines Erachtens wurde auf gegnerischer Seite an zu vielen Stellen recht unbedacht gespielt (auch wenn es nur Kleinigkeiten waren, wie eot mal nichts mit dem Trapper tappen, oder davon ausgehen, dass der Zealot il-Vec Schadenspunkte in Höhe der Stärke macht), so dass wir via Shadow-Kreaturen und dem Magus of the Scroll (Raredraften halt…) das Spiel nach gefühlten drei Stunden für uns entscheiden konnten. Ohne Frage hilfreich die Essence Warden, die uns so manchen Lebenspunkt bescherte.
Scheiß die Wand an, Finale!!
Jetzt galt es nur noch die Jungs aus der ersten Runde zu filletieren, wie sie es im anderen Semi mit Mo & Tai machten. Wir tauschten der Fairneß halber die Decks aus (unser Halbfinale dauerte was länger, so dass die Jungs informativ sehr im Vorteil waren) und durften uns auf ein U/W-”I bounce my Ass, til I cum” und ein R/B-Deck ohne viel Removal (es war sowieso ein recht reomvalarmer Draft) freuen.
Ich will die Sache nicht lange herauszögern, wir verloren. Christoph war flooded zu Beginn, konnte aber im späten Spiel mit Fatties glänzen. Ich kam zu Beginn dafür nicht am gegnerischen Trapper vorbei und wurde letztlich ein wenig ungehalten (es war spät, der Tag lang) als sie unendlich lange brauchten, uns trotz aktivem Kaervek auf ihrer Seite (ich erklärte ihnen nach dem Spiel, dass er auch Kreaturen pimpert, was beide erstaunte) den gar auszumachen.
Wie sagte doch bereits der Frisör: “Everyone can win”, nur waren das gestern leider nicht wir. Es gab also statt zwei Byes, zwei Booster, aber dafür machen wir nächste Woche einfach die entscheidenden zwei Schritte weiter!! Dann geht es im Drachental nämlich weiter mit den Trockenübungen.
Angst & Chaos
— 30-01-2007 —
Der Time Spiral Block und ich, wir sind zwei ganz ganz dicke Freunde. Während ich meinte den Ravnica-Block verstanden zu haben, weil er trotz seiner Vielfarbigkeit diese eben ums Edelste unterstützte (ich hörte Gerüchte, wo es bei Drafts dazu kam, dass der Spieler nicht nur das 8-Gildendeck manaproblemlos spielte, er hatte in seinen Karten gar noch genug Energie um seinen Glurak zu aktivieren, im Alleingang Onyxia zu besiegen, das Overload auf die gegnerische Injection Fairy Lily zu knechten und die Nebenkostennachforderung zu begleichen!!), jagt uns Wizards of the Coast mit dem Time Spiral Block durch sämtliche manaproblematische Kurven.
Ohne großartiges Manafixing, Beschleunigung, die an den Maskenblock erinnert (remember Ramos??), und dem Color-Pie aus der Weihnachtsbäckerei, sorgt Time Spiral und Planar Chaos in meiner Bauchgegend (die, die für den Limited-Teil des Spiels verantwortlich ist, kurz rechts neben dem Darmeingang) für mehr Verdruss denn Freude. Mit eben diesem Gefühl - ich nenne es “Mana-AngstTM” - ging es ins Prerelease nach Dortmund. Ich werde im Verlauf der einzelnen Spiele weitere Gedangen zu diesem Thema vom Lastkraftwagen holen, mich wohl aber meist nur beschweren, immerhin bin ich Magic-Spieler.
Aber mal nicht so schnell. Erst ein wenig Musik. Ich empfehle für die einzelnen Runden - sofern nicht anders angegeben - was fröhlich-funkiges, so in die Jamiroquai-Richtung (der hat gerade eine Art Best of rausgebracht). gerne auch Klassiker wie Fatboy Slims “Gangster Trippin’” oder Molokos “Sing it Back”, dann aber mitsingend, in der Endlosschleife und so laut, dass die Nachbarn sich darüber wundern, ob ihr plötzlich ein Sozialleben, oder gar weiblichen Besuch habt (wie locker hier mit den Vorurteilen gespielt wird, erschreckend). In den Fällen in denen ich eine Runde verlieren würde - ich will nicht zu viel verraten, aber es könnte passiert sein - wird das vorher angekündigt und ihr dürft aus dem Funk die Emo-Scheiben des selbstmordgefährdeten Halbbruders (der in Wirklichkeit adoptiert ist, wie dir deine Eltern immer wieder versichern; was du nicht weißt, sie sagen ihm dasselbe) machen.
Drei Absätze, noch niemanden gedissed, Zeit mal in die Materie einzutauchen (auch wenn der Text wesentlich weniger disslastig wird, als ich anfangs dachte; ich werde doch alt).
Es war der 27ste Januar im 27sten Jahr des Herrn, der diese Zeilen am Tag drauf morgens um 7 Uhr zu tippen beginnt, und am morgen zuvor stand derselbige am Essener Bahnhof, einen Orangen-Mango-Saft aus einem durchsichtigen Becher schlürfend, den Blick zur Erheiterung auf die Ein- und Aussteiger an der Taxischlange gerichtet, darauf wartend, dass der Christoph mit seinem großen Auto anrückt, um die Marion, den Marcus und mich mit nach Dortmund zu nehmen.
Es war ebenfalls die Zeit des zweiten Prerelease-Wochenendes, diese in der Regel eher unterfüllt, aber in der Magic-Hochburg des Dortmunder Auenlandes sollten sich nichtsdestotrotz 20 wackere Mannen und Frauen einfinden, um über deutsche Kartennamen zu lachen. Unter den illustren Gestalten waren neben unserer Vierergruppe so nahrhafte Namen wie der TrashT, der Wesimo, der sich selbst so sehr mag, dass es niemand anders zu tun hat und letztlich auch niemand macht, (fast schon ein “Prorelease”) und Auenland himself.
Einleitende Gespräche in gemütlicher Stammtischatmosphäre kreisten um die verschiedensten Themen. Vom Fußball über Tauschkarten, nach Planar Chaos ein Abstecher in TrashTs Yu-Gi-Oh!-”Karriere, bis hin zur Politik und Geschichte. Hier wollte mir zum Thema Holocaust nur einfallen, dass diese Zeitzeugen und Überlebenden von damals einfach nicht totzukriegen seien. Es wurde nur verhalten gelacht…
Da ich heute noch etwas vorhabe, spare ich mir das Pool abtippen und komme direkt auf das Deck zu sprechen, welches der Trash mir nach der Registrierung nicht ohne entsprechenden Kommentar zuschob:
Magier der Schattengilde
Fäulnisverheißer
Rathi-Fallensteller
Grubenhüter
Jagende Monstrosität
Magus der Schatzkammern
Moorschlange
Seuchenremasuri
Felsenburg-Aufpasser
Verräterischer Drang
Hoffnung zerstören
Von der Wiege ins Grab
2 Amulett der Mitternacht
Erstickender Ruß
Meucheln
Ranken des Zerfalls
Hirnmartern
Plötzlicher Tod
Entladung aus dem Zeitriss (”Ich entlade mal auf …” - Brüller)
Aufmischen / Hinfallen
Flammenbrunst
Foriysisches Totem
4 Gebirge
13 Sumpf
Auf den ersten Blick ein lecker Deck, aber so mächtig die Kreaturen am Ende der Manakurve so schmächtig das Bestiarium zu Beginn. Grün lockte zwar mit Call of the Herd und Verdant Embrace, sowie Phantom Wurm, doch die Eingangs erwähnte Mana-AngstTM, fast schon in einer Phobie ausartend, ließ mich das Deck zweifarbig halten.
Erst später (also gerade beim Tippen) bemerkte ich den Stachelgeißler in meinem Pool, der das Deck sicherlich um ein paar benötigte Prozentpunkte aufgewertet hätte. Nichtgespielte schwarze Karten hatte ich folgende: Dämonische Absprache, Hirnverschlinger, Zyklopenriese und Zeitliche Erpressung. Nicht wirkliche Maindeckkandidaten dabei, obwohl ich bei der Erpressung zögerte, bis mir die Engelein in Form von TrashT ins Gewissen säuselten.
Jetzt aber. => Runde 1
Mit Matthias erwischte ich das beliebte und bekannte 1st-Runden-Bye, auch wenn er nicht wirklich das Kiddie ist. Da es die erste Runde war, erlaubte ich mir so Sachen wie Ping mit dem Guildmage auf seinen 1/1er während seines Angriffs, damit er das Might of Old Krosa draufspielen konnte und ich vier fraß. Hallo wach. Doch nach dem 1/1er, der halt eine Runde später seinen Weg in die Grube fand, kam nicht mehr viel, so dass mein Plague Sliver (diese deutschen Namen werde ich nur bei den Planar Chaos Karten nutzen, sonst tippe ich mir nen Heißen und muss immer nachschauen, wie er denn überschlechtsetzt wurde und so) die Sache besiegelte. Zwischendurch erklärte ich ihm für die kommenden Runden wie die Arena auf seiner Seite funktioniert.
Spiel zwei, erster Auftritt der Mana-AngstTM von rechts. On the Draw, also er fing an, hielt ich die 2-Sumpf-Land und starb ein paar späte Runden später mit vier Ländern auf dem Tisch an seinen beiden ominösen Morphs. Nice one. Ich frage mich, ob ich statistisch falsch liege, wenn ich 17 Länder spiele, aber keins kommt. Als weiteren Fehler ließ ich mir seine Morphs nicht zeigen. Dies ein nicht zu unterschätzender Informationsgewinn, der auch auf benachbarte Tische angewandt zum Einsatz kommen sollte. So wusste ich im späteren Spiel gegen den Benjamin (siehe Runde 3) bereits welche Morphkreaturen mich erwarten würden und handelte entsprechend, verlor aber trotzdem (kurzer Emo-Tusch an dieser Stelle, danke).
Aber zurück zu Matthias. Im dritten Spiel war die Mana-AngstTM noch nicht vom Tisch hatte aber netterweise die Seiten gewechselt. Er zog Forest um Forest und bei dreien legte er die Boa, die mit Swampwalk und Regeneration für Aufregung sorgen sollte. Diese Schlange wäre zu gut gewesen, weswegen ich bereit war mehrere Karten zu opfern. nach end of Turn Von der Wiege ins Grab, was wohlweislich regeniert werden kann und wurde, war es in meinem Zug dann weder Rift Bolt noch Tendrils, sondern ein getopdecktes Amulett, welches den Bayoubewohner entsorgte. Danach folgten mehr Forests seinerseits und bei mir irgendwann mal eins der dickeren Dinger für den Sieg.
Das Deck performte wie ich es lautstark vorhergesehen hätte, wenn mich nur jemand aggressiv genug danach gefragt hätte. Die Kombination aus viel Removal und wenigen Kreaturen, so gut sie auch sind, kann nur dann effektiv sein, wenn die Reihenfolge stimmt. Man möchte erst den Tisch leer halten, bis die Länder sich entschließen an der Bibliotheksoberfläche zu erscheinen, um dann den dicken Mann auf den Tisch zu fotzen!! Da ist es weniger performant, wenn der dicke Mann keine Eier hat und sich für ein schwarzes Mana als Master Decoy versucht. Es ist auch nicht so berauschend mit den Karten from the top problemlos einen dritten Weltkrieg nicht nur vom Zaun brechen, sondern sogar gewinnen zu können, wenn alles was man möchte doch nur jemand ist, der die Fahne fängt (wenn ihr versteht, was ich meine). Nur will man dafür Kartenqualität opfern??
Mal schauen, was die Runde 2 so brachte.
Der Dirk und ich waren zu Beginn ein wenig überflutet und ich hielt beizeiten den Tisch mit random Removal rein. Irgendwann tauchte der Magus mit seinen Coffern (ihr habt es hier zuerst und hoffentlich zuletzt gelesen) auf, brachte ein schreckhaftes Monster mit und prügelte den Dirk zu Brei. Ergo, der Plan funktionierte.
Ich hielt mich im obligatorischen zweiten Spiel bedeckt, pingte uns beide mit dem Guildmage, ließ mich von dem Plague Sliver ein wenig mehr pingen und wartete mit dem “Von der Wiege ins Grab”-Zeugs wie er auf sein ausgesetztes Ephemeron. Wir warteten und warteten und dann spielte er etwas unfaires, nämlich einen Stupor auf mich und lucky as hell auf eben jenes Von der Wiege ins Grab und dies bei drei Handkarten. Ich entsorge die Illusion kurze Zeit später via Bolt & Amulett. Nebenher wurde mein Sliver in die blaue Snare gepackt und es wäre frickelig geworden, hätte er nicht schwarz gesplashed (nicht nur für Stupor), um somit meiner Sumpfschlange einen unhügeligen Weg vorbei an seinen Inseln und Wäldern zu ebenen.
Machen wir hier eine kurze Pause, damit der Leser die Genialität des letzten Halbsatzes verinnerlichen kann, bevor wir mit Runde 3 weitermachen.
Wie bereits verraten, wartete der Benjamin, wie ebenfalls verraten, verlor ich. Show me the Emo.
Eugen, the STD-Virus (oder nur kurz “Virus”), wie ich ihn seit Samstag nenne, wie ihn sicherlich noch mehr Leute nennen und, wie ihn alle nennen sollten, schaute sich das Spektakel an und er sollte Recht behalten, als er meinte, dass ich mich im zweiten Spiel recht unschön frisierte. Aber das war eh egal. Ich verlor halt. Im ersten Spiel sollte es das Gargadon sein, das plötzlich nicht mehr so ganz removed from the Game war und mir die benötigten sechs Lebenspunkten von den Rippen klopfte (diese bildhafte Sprache - zu gut) und im zweiten war es Genosse Mana-AngstTM die mir 12 (ergo knapp an die numerischen Schreibheitsgrenze reichend) und ihm satte drei oder vier Länder bescherte. Ich kriegte zwar einen Magus auf den Tisch, doch der blockte ungewollt einen Goblin-Token, der sich dank IbHalfheart in eine Granate verwandelte und den Magus von den Beinen schleuderte. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass er die Legende vor seiner Kampfphase auf den Tisch brachte, statt danach, wie man es im Allgemeinen tut. Die Länderflut musste mir das Gehirn unter Wasser gesetzt haben (also noch mehr als sonst).
Back to the mofo Funk in Runde 4, doch zuvor ein paar Zeitmarken auf die Parkuhr gelegt, um das Auto vom Verschwinden abzuhalten…
Bakir spielte Old-School (also vorletzte Woche) Time Spiral Limited mit Herd Gnarr und Empty the Warrens Action. Da ging mir der Arsch von 20 auf 14 auf 8 (alles durch das Gnarr), bevor mir das Aufmischen / Hinfallen den Wrath Damnation machte und der Overseer aufs leere Board kotzte. Mehr passierte nicht.
Es sollte selbst im zweiten Spiel nicht wirklich viel mehr passieren. Wäre da nicht die Mana-AngstTM. So gewann ich zwar, aber nur mit vier Ländern (je zwei Sümpfe / Gebirge) auf dem Tisch und dem Friedhof voller Removal. Er spielte an einer Stelle etwas unsauber, als er, nachdem er in den “Declare Attackers”-Step geht und quasi noch bevor er Angreifer deklariert ein Strength in Numbers auf seinen Herd Gnarr (daneben lag noch Grey Ogre-artiges) zaubert, dann noch ein Empty the Warrens spielen will. Ich zweifelte an einem weiteren Sieg, als mir aufging, dass das EtW eine Hexerei ist. Auch im Deutschen noch. 12 Points für die Übersetzer. Dies erklärte ich dem guten Mann gegenüber, ließ mir noch mal kurz bestätigen, dass er tatsächlich in seinem Angriffsegment war und schluckte vier statt zwölf Schadenspunkte. Ist auch gesünder. Später kamen zwar Goblins, aber da war der Gnarr bereits plötzlich verstorben und ich hatte sowohl einen aktiven Guildmage, als auch einen Fallensteller, die gemeinsam auf den Plague Sliver warteten, damit ich von der Defensive in die Offensive beschleunigen konnte.
Vor der letzten Runde, wie auch zwischen den Runden zuvor, herschte gelockerte Atmosphäre, als hätte sich jeder seine eigene Masseurin mitgebracht, oder mal an TrashTs Fackel der Freude entzündet. Man besprach Themen wie den Erfinder des Telefons (Bell oder Edison, oder gar doch ein Italiener??) und den Erfinder der Glühlampe (hier wieder Edison, laut einem aktuellen Bericht aus der Zeit wohl aber der Deutsche Heinrich Göbel, wobei es entsprechende Zweifel gibt, dass das mit der Kölnisch Wasser-Flasche so stimmt). Hier kurz der Link zu Wikipedia, damit ihr euren Durst stillen könnt. Intern fragte ich mich, ob Penner leere Pfandflaschen akzeptieren würden und wieso der Unterschied zwischen 1,21 und der Quadratwurzel aus der Zahl nur 0,11 beträgt und ein Zehntel der Zahl ist, statt ein Elftel zu sein…
Die Standings weckten mich aus meinen Überlegungen.
Meine Wenigkeit stand mit seinen neun Punkten und einem brauchbaren Opponent-Score auf der Bronzetreppe und durfte, den Pairings darüber zu entnehmen, in der letzten Runde gegen der einzig ungeschlagenen Mann mit 12 Punkten ran. Das roch förmlich nach einem ID, da es niemanden mit zehn Punkten gab. Entsprechend grübelnd ging es in die Runde 5 (ach ja, holt euch was emo-artiges mit leichter Euphorie in der Mitte und einem ungewissen Schluß aus dem CD-Regal).
Hier wartete der Bernd. Ich fragte ihn, ob er tatsächlich so heiße, meinte, wie könnte man nur, und dachte mir “Nachmacher”. Beim Vorgeplänkel listete ich kurz die Vorteile eines Draws auf, erinnerte mich aber im letzten Sekundenbruchteil (ergo konnte er nicht drauf reagieren und das Angebot annehmen) an die weisen Worte des Frisörs, der da sprach:
Du Bauer!!?!?!?!!
und
Bei FNMs und Prereleases wird nicht gedrawed!!
Wo er recht hat, hat er recht und so ging es los. Doktor Benjamin neben uns attestierte, dass Bernds Deck zu gut, ja eben krank sei, meinte aber leider nicht meins.
Die kurze Variante ging so: Ich sah drei Mountains auf der Starthand, aber keinem roten Spruch in Sicht, hielt selbstbewusst und ließ mich von ihm gemütlich in kleineren Schritten von seinen grünen und weißen Kreaturen in die unteren Regionen des Bewusstseins attackieren. Klar zog ich Sümpfe und selbst eine Kreatur, wie mir meine Aufzeichnungen zeigen, aber nach einem Sprung von 15 auf zehn (sicherlich der Pseudo-Counter, ergo mehr als ein Sumpf) kam nichts mehr, während es auf der anderen Seite weiter bergab ging.
Nicht viel länger das zweite Spiel, wobei eigentlich schon. Hier fickte die Mana-AngstTM ihn in die Kniekehlen, weil er nach Mulligan on the play die Ein-Land-Hand hielt und nach einem ausgesetzten Schatten von Trokair (der immer erste Runde kam, sei es im Spiel davor, oder im Spiel danach) nicht mehr viel machte. Der Schatten wurde entsorgt und gemeinsam warteten wir. Ich auf eine Win-Option und er auf Länder. Die Statistik war hier auf meiner Seite, so dass er zwar bis auf drei Länder schaffte, aber mit dem Scryb Ranger einen Wald auf die Hand nahm, um, diesen mit zwei anderen Karten in mein 1st Turn ebenfalls ausgesetztes Hirnmartern abzuwerfen. Damit schnitt er sich von seiner einzigen grünen Manaquelle ab und bis zu seinem letzten Lebenspunkt sollte nicht ein anderer folgen. Lächerlichst. Und das bei 16 Ländern im Deck.
Bleibt das dritte und letzte Spiel des Tages. Ich war screwed. Wie hätte es anders sein können. Aber ich ließ mir Zeit mit dem Sterben, topdeckte zwischendurch mit Ansage (hier wurde ich fast gläubig) ein Sudden Death und hielt seine Kreaturen mit einem Fallensteller, einem Magus of the Coffers und einem Foriysian Totem auf Distanz. Mein Fäulnisverheißer pingte ihn fröhlich weiter trotz Temporal Isolation, das eben kein Arrest ist, wie er dachte (der Verheißer verhiess mir übrigens den Fallensteller) und ich brachte ihn bis auf 13 mit dem Knaben, bevor meine Removal-Versorgung vollends zusammenbrach und ich auf fünf Ländern im gefühlten dreißigsten Zug selbiges tat.
The Ende
Abspann
Mehr Abspann
Dankesreden
Kurze Grüße an die Leser, hier gesondert und nachfolgend den Mitfahrern im Auto:
Huhu & Danke Chrissi
Servus Marcus
Hast du Tauschkarten Marion??
Abspann
This Blogeintrag was filmed using too much Kekse, diese aber Dolby Digital.
Mein Ego in Paris
— 28-12-2006 —
Heute morgen, ich reinigte meine Brillengläser gerade vom Schmock, der sich über die Weihnachtsfeiertage angesammelt hatte, heute morgen also, als ich versuchte meinen erschöpften Körper auf die letzten Arbeitstage des Jahres vorzubereiten, da nahmen meine Gedanken unverhofft einen Mulligan und ich war wieder in Paris. Wie bereits zu Beginn des Monats; scheinbar Monate denn Wochen her.
Ich ließ meinen Gedanken - mit einer Karte weniger in der Hand - ihren freien Lauf und erzähle euch nun was meine Gehirnwindungen mir verklickterten. Es wird leider kein Märchen, mit Happy End, Blumen und einem Licht wie Zuckerwatte am Ende des Tunnels, wobei, genug Akteure aus den Geschichten der Gebrüder Grimm gab es genug.
Da wäre gleich zu Beginn die böse Hexe in Form der Eventmanagerin, die mich irgendwie nicht leiden konnte. Fressen wollte sie mich genauso wenig, aber irgendwas führte sie im Schilde, denn sie lächelte nie, wenn sie mit mir sprach. Dabei war ich doch von der Presse und sie indirekt für mich verantwortlich. Ich hätte das Büffet nicht so oft schlecht machen sollen.
Auch einen König gab es, der hatte seine ganze Gefolgschaft und seine Berater mitgebracht. Wäre ja langweilig, wenn Mark Rosewater alleine aus den Staaten nach Frankreich käme und den Rest des R&D-Teams in Renton gelassen hätte. Der Knabe hatte keinerlei Manieren. Ich saß ihm beim Question Mark genau gegenüber (in sicherer Entfernung versteht sich) und er gähnte oft lang und ausdauernd, ohne nur einen einzigen Finger zu krümmen oder gen Mund zu bewegen. Ich bin der Meinung, die ganze Veranstaltung hat ihrer Lordschaft kaum Vergnügen bereitet.
Ein riesiger Engel - von einer noch böseren Hexe als der Eventmanagerin zu ewigem Steindasein verdonnert - bewachte mit starrem Blick den Eingang in die Katakomben, wo viele viele Junker aus aller Herren Länder ihr Glück in den großen und kleinen Turnieren versuchten. Da galt es Horden von Goblins standzuhalten und gegen Drachen und faule Eier zu bestehen. Ich bediente mich dabei der Kampfeskraft ehrbahrer Ritter in weißglänzend rostfreien Rüstungen, doch mehr schlecht als recht.
Aber es gab eben keine Prinzessin, die es zu retten, oder deren Jungfräulichkeit es zu nehmen galt. Ist ja auch nicht “Prinzessinnenpussies pudern in Paris” sondern “Mein Ego in Paris”. Dieses parkte des Nachts im schäbigsten Hotel (mehr “Low” denn “Ho”) was der Mo auftreiben und bezahlen konnte. Hier wurde geschlafen, geduscht, geschissen und der Kaffee mit genug Choco Pops runtergespült, damit de Geschmacksnerven keine bleibenden Schäden erhielten.
Jeden Morgen nach dem “Frühstück” wurde mein Ego in die Metro und von dort ins Caroussel de Louvre geschleppt. Immerhin wollte es bestätigt, gehört und gefeiert werden. Und genau das sind die Schlüsselwörter schlechthin.
gefeiert
Ich nahm an vier PTQs in zwei Formaten teil, spielte zwei Sideevents und kann auf sechs gewonnene Booster schauen, was nicht wirklich ein Grund zum Feiern ist. Beachtet man die regelmäßige Abwesenheit meiner Gegner (gleich dreimal tauchte keiner auf, einmal kam einer pünktlich genug, um sich nur das Game statt des Match Losses abzuholen), dürfte meinem Ego sämtliche Partystimmung abhanden gekommen sein.
Woran lag’s?? Klar, scheiß Pool im ersten Sealed PTQ, besserer Pool im Zweiten, dank unendlicher Flieger in blau und weiß, aber es gab zu viele Spieler mit noch besserem Pool und meine Extended-Tech ist zärtlich gesprochen “unreif” gewesen. Jetzt, wo ich das Metagame kenne (besser als vorher halt), würde ich wieder White Weenie spielen, aber mit einer anderen Liste. Die gibt es demnächst.
gehört
An dieser Stelle geht es um die Coverage. Ein Meilenstein der Berichterstattung, auch wenn sie üppiger hätte ausfallen können. Das mit den Podcasts klappte ab dem vierten Tag besser, aber da war es fast schon zu spät. Die Photos lassen zumindest erahnen, wo ich war und meine textlichen Ergüsse… Ach lassen wir das.
Wie ich spätestens bei meinem Game Loss für “tardiness” bemerkte, ist es kein Leichtes gleichzeitig zu zocken und vom Floor zu berichten. Dafür war es auf dem erwähnten Floor (der Sideeventige) viel zu laut. Es war grauenhaft. Man kann es im Podcast (Nummer 2) hören. Da sind immer mal wieder Durchsagen, mit Boxen direkt an den PTQ-Tischen, so dass man kein Land droppen kann, ohne das einem die Ohren schellen, weil die Sideevent Judges den random Spieler suchen, dessen Booster Draft gleich ohne ihn beginnt. Was natürlich nie geschah. Die haben immer gewartet und die Sideevents stets mit 8 Mann gestartet, was daran gelegen haben könnte, dass die einfach so lange und so laut durchs Mikrophon geschrien haben, bis irgendeiner im Raum sich opferte und so tat als wäre er der oder die verschollene Nummer 8.
bestätigt
Jetzt geht es ums “Namedropping”, oder besser darum, was passiert, wenn mein Name gedropped wird. So peinlich es ist, aber ab und an ein aufgeregtes “Bist du wirklich EvilBernd??” zu vernehmen, tut meinem Ego schon ganz gut. Nur menschlich sowas. Kam natürlich nie. Klar, es wurden Hände geschüttelt, es gibt Photos mit mir drauf, die ganze Palette, doch waren das meist bekannte Gesichter. Aber es waren nette Gesichter…
Genug Ego-Shooting.
Schließen wir mit der Aktion, mit der auch das Event beendet wurde. Sonntag Abend, so gegen 22:30 Uhr, um 23 Uhr musste die Halle geräumt werden, kam Sheldon Menery auf die Idee die gerahmten Bilder der anwesenden Künstler mir nichts dir nichts zu verlosen. Es fand zu dem Zeitpunkt noch die letzte Runde des 2.000$ Amateur-Turniers statt und im Extended-PTQ würfelte spielte man gerade die Top8 aus.
Die Bilder - unter anderem Eternal Witness sowie Force of Will (man weiß nicht so recht, ob es die Originale waren, aber sie sahen sehr gemalt aus, nicht gedruckt) - wurden per Losverfahren (jeder der wollte, durfte sich ein Standardland mit einer Zahl abholen) unters Volk gebracht und ich ging leer aus. Derjenige, der die Force of Will zugeschoben bekam, hat diese später für 40 EUR an einen alten Mann verkauft. Immer diese Standard-Spieler…
Oh, wo wir schon beim Verlosen sind. Der Mo, kaum noch Knete am Balg, wollte sein Glück gegen den Oli versuchen und bot ihm folgende Wette (basierend auf einer Spielsituation, die den Mo die Top8 im 2.000$ Turnier versaute): Mo würde einen Booster öffnen und sollte sich da ein Castle Raptors drin befinden, bekäme Mo 20 EUR von Oli. Sollte keiner drin sein, bekäme Oli 10 EUR vom Mo. Wenn noch ein Strangling Soot zusätzlich zu den Castle Raptors im Booster ist (ihr könnt euch die Spielsituation, die den Mo um die Top8 brachte, jetzt sicherlich zusammen reimen), behalten beide Spieler ihr Geld.
Selbstredend war bereits die zweite oder dritte Karte der Raptor und kein Soot in Sicht.
The Bracht Incident
— 01-12-2006 —
Während des zweiten Tages der Worlds war es dem unerschrockenen und zu dem Zeitpunkt gelangweilt dreinschauenden Webmaster dieser Seiten möglich dem im Aufbruch steckenden Maximilian Bracht, seineszeichens deutscher Nationalmeister 2006 und Deckbauer extraordinaire, ein paar Fragen bezüglich seiner Disqualifizierung nach der sechsten und letzten Runde des ersten Tages der WM an die Stirn zu pfeffern. Da ich nicht wirklich die Fragen aufgeschrieben habe (bzw. selten eine stellte) folgt eine extensive Zusammenfassung der Antworten, um ein helleres Licht auf den Vorfall zu werfen.
Mit 0-1 hinten liegend durfte Max in Spiel 2 die Combo auf Antrieb seines Gegners Chris “StrWrsKid” McDaniel öfter durchziehen, als es wahlweise nötig, bzw. üblich ist, bevor dieser das Spiel zu Gunsten des Deutschen abgab.
Es verblieben neun Minuten auf der Uhr für das dritte Spiel und das ist definitiv zu wenig Zeit für Bracht für den Win im dritten Spiel, also spielte er, wie man so schön sagt, auf Zeit boardete seine Winconditions raus und mehr zeitverzögernde Karten rein.
Die Starthand sollte entsprechend bestückt sein, weswegen er mehrfach “in der Stadt bleibt”. In den Mulligangs inbegriffen waren jeweils ein Pile-Shuffle seinerseits, sowie normale Shuffles von ihm und von seinem Gegner. Letztlich hält er die folgende Vier-Karten-Hand on the Draw:
Gemstone Cavern, Island, Remand und Exhaustion
Nach Cavern (pitch Exhaustion) im Zug des Amerikaners und einer Island in seinem Turn, gibt es den Remand auf das Turn3 oder 4 Play, sowie ein bis zwei Repeal, um den B/W Aggro-Mann so lange bei Laune zu halten, dass es in der verbleibenden nicht mehr möglich war zu verlieren und es zum Draw kam. Dies war aber immerhin noch so knapp, dass dem StrWrsKid ein Zug gefehlt hätte, um das zu ändern.
An dieser Stelle kommt Sheldon Menery ins Spiel. Der amerikanische Level 5 Judge setzte das letztendliche Unentschieden des Spiels aus und veranlasste eine Untersuchung seitens eines der beiden Head-Judges Jaap Brouwer oder Gis Hoogendijk (hier sind meine Aufzeichnungen unklar). Dieser ließ sich die Sacheerklären, das Deck erklären und erklärte aufgrund der Motive, die mBracht im dritten Spiel unterstellt wurden (”intentionally playing in such a way as to ensure that the game could not finish by abusing the time limit”) die Disqualifikation.
Die Entscheidung soll nicht ohne das aggressive Einwirken des Sheldon Menery, der bereits eine recht beeindruckende DQ-Geschichte auf vorherigen Pro Touren und Grand Prixs gegenüber europäischen Spielern, vorzuweisen hat, gefallen sein, aber hier wird es mir zu schwammig, so dass ich jetzt rüber zum Buffet torkele, um mir wahlweise den Nudelsalat in kleinen Schälchen oder die Buffet-Frau vorzunehmen.
PTQ Yokohama - Round 5
— 30-11-2006 —
Da tippe ich frisch fromm frei die Runde 4 ins Internet, checke noch mal kurz ein paar Porn-Sites, damit meine Augen und Ohren nicht austrocknen (bei der Masse an männlicher Genetik hier - btw im Nebenraum (abgetrennt durch Vorhänge) findet das Jahrestreffen der französischen Urologen statt, dafür musste der Serra Engel im Eingangsbereich abgehängt werden und in eben diesem tummeln sich jetzt gammelige Magic-Spieler und feinere Doktoren - fucking strange!!), zurück zu den Porn-Sites. Ich schloß gerade das letzte Fenster und meinen Laptop, als ich, die Halle betretend, merkte, dass zu viele Leute saßen und zu wenige, wie gehabt zwischen den Runden, rumstanden. Panikerfüllt zu den Pairings und zu meinem Platz, um mir vom Judge mitteilen zu lassen, dass die 5-Minuten Terrine, die gestern noch für den PTQ galt, bevor man das Gameloss reingedrückt bekam, plötzlich zur Instant-Nudelsuppe degradiert wurde.
Shizz.
Gameloss.
Der Franzose mir gegenüber lächelte unbeholfen, als würde es darum gehen, mich zu entjungfern (da kommt er nicht nur von der falschen Seite, sondern auch noch ein paar Jährchen zu spät) und neben ihm steht seine Gang, die meine Anmerkung, ob das seine Cheerleader seien, leider nicht versteht.
Erwartungsvoll geht es ins zweite Spiel, wo mein Paladin mit seiner Freundin der Jitte ekelige Spielchen und so manches Goblin Jungfernhäutchen abzog. Das Lächeln meines Gegners und seiner Crew schrumpfte. Er faselte noch was von wegen Traumstart seinerseits und, dass er recht explosiv sein konnte. ab hier schaltete ich auf taubstumm. Es brauchte auch nicht vieler Worte ob der Taten, die sich mir folgend boten:
Land, Mox, imprint random roter Spell, Rite of Flame, Goblin Warchief, gehe ich auf 18.
Plains, Go.
Land, Goblin Matron (from the top, wie er mir später noch flüsterte) sucht Goblin Piledriver, findet die Welt der Schmerzen für mich, bin ich auf 10.
Plains, Soltari Priest (es hätte ja eine nette andere Kreatur (so Silver Knight, oder White Knight) sein können), Go.
Land, Goblin Matron (von wo wohl), findet mehr Piledriver, EvilBernd dropped in response, shaked Hands, steht auf, weint innerlich, versucht seine Wut gegen die Menschheit an sich nicht in diesem Moment zum Ausdruck zu bringen, sondern geht lieber zum McDonalds, wo unfähige Kids die Burger bereiteten, dafür zu lange brauchten, essen, rausgehen, draußen von meinen Lippen daran erinnert werden, dass da noch die Herpesviren in meinem Körper schwirren, die wahlweise den Ausbruch starten oder besänftigt werden wollen, also geht es kurz vor 18 Uhr in die Pharmacie, wo die Bedinung meine kläglichen Versuche ihr mitzuteilen, dass sie mir wahlweise den Schwanz blasen oder mir Herpescreme verkaufen kann, versteht und ich letztlich mit Keksen im Mund und Creme am Mund zurück zur Site torkele, an den Urologen vorbei, Witze darüber machend, dass die bei den ganzen Magicspielern auf den Worlds sicherlich einiges zu tun hätten und mich fragend, ob es an Paris liegt, dass so viele Spieler von ihren Frauen (bei diesem einen Pärchen eher andersrum, weil die Frau zu gut aussah) dazu gezwungen wurden, sie mitzunehmen und gehe jetzt mit dem TMM draften.
Ergo, ich habe Feierabend, ihr auch.
Die Enthüllungen im Fall “Bracht” gibt es morgen Mittag, weitere Photos ebenfalls, ich lasse den TMM ins Mikro husten und danach ist Site-Seeing angesagt. Ich muss nur den Sven_F abhängen…
A bientot.
